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Marcel Schäfer

Mit fünf Jahren schnürte sich Marcel zum ersten Mal die Fußballschuhe. Bald wechselte er vom Heimatverein Eintracht Straßbessenbach über Viktoria Aschaffenburg zu 1860 München. Dort feierte der inzwischen 19-Jährige sein Bundesliga-Debüt. 2007 verpflichtet der VfL Wolfsburg den linken Verteidiger. Zwei Jahre später wird Marcel mit dem VfL Deutscher Meister. Die Berufung in die Nationalmannschaft erfolgte. Nach nur einem Einsatz in der U 21 debütiert er im November 2008 gegen England.

Fußball bestimmt seit frühester Kindheit Dein Leben. Was fasziniert Dich so sehr an dieser Sportart?
Ich bin durch meinen Vater mit Fußball aufgewachsen. Schon immer hat mich die tolle Atmosphäre in den Stadien fasziniert. Es macht einfach Spaß, sein Hobby täglich ausüben zu können.

Wie wird man Fußballprofi bzw. Berufsfußballer? Welche Voraussetzungen muss man erfüllen, welche Eigenschaften besitzen?
Ich habe oft erlebt, dass nicht die Talentiertesten, sondern diejenigen, die am ehrgeizigsten und am meisten dazulernen wollen, den Sprung in den Profibereich schaffen.

2009 war ein ganz großes Jahr für Dich: Du wurdest mit Deinem Verein, dem VfL Wolfsburg, Deutscher Meister, Jogi Löw holte Dich ins Nationalteam. Du hast eine unglaubliche Karriere hingelegt. Nenn uns Dein Erfolgsrezept.
Das ist sehr einfach zu beantworten: Täglich hart arbeiten und nie zufrieden sein. Zudem mit beiden Füßen auf dem Boden bleiben und sich selbst und seine Leistung nicht zu wichtig nehmen. Denn im Fußball ist Teamwork von besonderer Bedeutung, nicht zu vergessen natürlich die Familie, die Dich im Erfolg wie im Misserfolg immer wieder auffängt.

Der Beruf Profifußballer und die Arbeit, die damit verbunden ist, wird oft unterschätzt. Wie sieht eine normale Arbeitswoche bei Dir aus?
Wir haben dieses Jahr international gespielt und viele Englische Wochen gehabt. Wir sind einen Tag vor dem Spiel und auch einen Tag nach den internationalen Spielen im Hotel. Das bedeutet, wenn wir drei Spiele in einer Woche haben, bin ich vier Tage im Hotel. Wir trainieren dann nur einmal am Tag.

Wie kommst Du mit dem Erfolgs- und Leistungsdruck klar?
Es ist nicht immer leicht, diesem gerecht zu werden. Teilweise ist es sehr hart zu verstehen, dass nur nach der Leistung beurteilt und teilweise verurteilt wird. Der Mensch Marcel ist da nicht gefragt, was ich sehr schade finde. Kritik ist gut und berechtigt, solange es auf einer konstruktiven Ebene abläuft. Das ist jedoch meist leider nicht der Fall.

Wie motivierst Du Dich vor dem Spiel oder ist dafür einzig der Trainer verantwortlich?
Motivation ist die Sache eines jeden Einzelnen. Jedes Spiel ist etwas Besonderes und vor zum Beispiel 50.000 Zuschauern zu spielen, ist Motivation genug, alles zu geben.

Auf welcher Position spielst Du am liebsten und warum?
Ich spiele am liebsten linker Verteidiger, weil ich da ausgebildet wurde und seit längerem auf dieser Position spiele. Es macht mir unheimlich viel Spaß, die Linie rauf und runter zu rennen und Flanken zu schlagen.

Irgendwann in ferner Zukunft wirst Du Deine Spielerkarriere be­enden. Wie sehen Deine Pläne aus?
Im Fußball etwas zu planen, ist sehr schwierig. Ich habe einen Traum, mit meiner Familie nach Amerika auszuwandern, den ich mir hoffentlich irgendwann erfüllen werde. Mich fasziniert das Land sehr und das Klima ist in vielen Teilen sehr viel besser als hier.

Dein Tipp, welche beiden Mann­schaften werden bei der Fußball-WM 2010 im Finale stehen?
Ein Traumfinale von mir wäre der Klassiker England gegen Deutschland mit einem positiven Ausgang für Deutschland.



Steckbrief
Name: Marcel Schäfer
Geburtstag: 07.06.1984
Geburtsort: Aschaffenburg
Größe: 1,82 m
Gewicht: 76 kg
aktueller Verein: VfL Wolfsburg
Rückennummer: 4
Position: Abwehr
bisherige Vereine: 1860 München
SV Viktoria Aschaffenburg
SV Eintracht Straßbessenbach
Bundesligadebüt:
01.11.2003 (mit 1860 München)
Länderspieldebüt: 19.11.2008

 
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