| Experteninterview mit Matthias Mauksch:
Seit Oktober 2009 ist Matthias Mauksch Cheftrainer der 1. Mannschaft des Drittligisten Dynamo Dresden. Er hält als ehemaliger Profi-Fußballspieler von Dynamo Dresden, dem VfL Wolfsburg, dem VfB Leipzig und dem 1. FC Nürnberg mit 118 Einsätzen den Vereinsrekord an Bundesligaspielen für Dynamo Dresden. Countdown befragte den 41-jährigen Fußballexperten zur Fußball-WM.
Was bedeutet Fußball für Sie?
Fußball ist für mich Leidenschaft, ein Inbegriff von Lebensqualität. Mein ganzes Leben ist mit dem Fußball verbunden. Ich habe im Kinder- und Jugendbereich damit angefangen und jetzt im Erwachsenenbereich eine Aufgabe als Trainer bei Dynamo Dresden inne.
Wieso kann dieser Sport so viele Menschen begeistern?
Fußball ist ein relativ einfaches Spiel. Jeder hatte schon einmal einen Berührungspunkt, sei es im Kindes-, Jugend- oder Erwachsenenalter. Jeder weiß, was Fußball ist und bedeutet.
Es ist schön, dass man als Team gemeinsam so viel erreichen kann, so viele schöne Erfolge feiern kann.
Deutschland spielt in der Gruppe D gegen Australien, Ghana und Serbien. Eine leichte Gruppe?
Die Deutsche Mannschaft hat ein relativ günstiges Los gezogen. Sie fahren zur WM und werden zumindest die Gruppenphase klar überstehen und – denke ich – das Halbfinale anvisieren.
Wie sieht im Einzelnen Ihre Einschätzung der Gruppe aus?
Australien ist für mich der Außenseiter in dieser Gruppe. Ghana, die afrikanische Mannschaft, verbürgt eine gewisse Qualität. Aber mit den deutschen Tugenden sehe ich da kein Problem. Serbien kann ein unangenehmer Gegner werden. Doch seit der WM 1990 in Italien waren die Spiele gegen Serbien meist von Erfolg gekrönt. Die Gruppenspiele sind auf alle Fälle lösbar.
Wird es für Deutschland leichter oder schwerer werden als zur letzten WM?
Die Mannschaften entwickeln sich natürlich weiter. Man orientiert sich immer an den Besten. Ich denke viele Nationen sind auf einem guten Weg. Wie sie das während der WM beweisen werden, sei dahingestellt. Die deutsche Nationalmannschaft ist eine typische Turniermannschaft, die über Kampf- und Teamgeist verfügt. Diese Stärken sind der Schlüssel, warum wir erfolgreich bei vielen Turnieren abgeschnitten haben.
Welche Gruppe schätzen Sie als die stärkste ein?
Eine gewisse Brisanz sehe ich in Gruppe G mit Elfenbeinküste, Brasilien, Portugal und Nordkorea.
Diese Spiele werde ich mir sicherlich ansehen.
Wie weit wird die Nationalmannschaft Ihrer Meinung nach im Turnier kommen?
Ich rechne damit, dass sie bis zum Halbfinale vorstoßen werden und mit ein bisschen Glück sogar das Finale erreichen können.
Welche beiden Mannschaften werden im Finale stehen?
Deutschland und vielleicht Spanien oder auch Argentinien.
Wenn Sie Trainer der Nationalmannschaft wären, welche Spieler würden Sie ins deutsche Team nominieren?
Als Trainer hofft man immer die 22 oder 23 besten Spieler mitzunehmen. Unabhängig davon gibt es vielleicht Unterschiede. Mir steht eine Entscheidung da nicht zu. Ich hoffe nur, dass Jogi Löw das gewisse Glück hat, das man als Trainer braucht. Ich drücke ihm die Daumen, dass er seine Ziele verwirklichen kann.
Werden Sie in Südafrika sein?
Ich fliege nach der Saison mit meiner Familie in die Türkei. Seit zwei Jahren endlich wieder ein Familienurlaub. Da freue ich mich drauf. Die WM in Südafrika werde ich wohl leider nur am Fernseher verfolgen können, da wir dann mitten in unserer Saison-Vorbereitung mit Dynamo Dresden stecken.
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