| Silbermond
Was meint Ihr, müssen die Probleme Armut und soziale Ausgrenzung in einem Sozialstaat wie Deutschland überhaupt thematisiert werden?
Thomas: Unbedingt. Es gibt nicht einen vernünftigen Grund, Missstände in der Welt zu ignorieren. Und auch in Deutschland sind das Themen, mit denen man sich auseinandersetzen muss. Von daher ist es ein Muss diese Probleme immer wieder anzusprechen, so unbequem es manchmal auch sein mag.
Euer soziales und politisches Engagement ist immens und beeindruckend. Erzählt uns über Euer Projekt „Fans Helfen“.
Johannes: „Fans Helfen“ ist eine Aktion, die wir Ende 2004 ins Leben gerufen haben und in der wir unser soziales Engagement bündeln, da wir nicht nur hier und da unsere Namen und Gesichter für „die gute Sache“ hinhalten möchten, sondern mit voller Energie und einem zeitlich langen Horizont Projekte unterstützen und begleiten wollen. Und wie der Name schon sagt, tun wir das nicht allein, sondern mit unseren Fans zusammen, die verschiedenste Aktionen starten und viel Zeit und Arbeit investieren, um „Fans Helfen“ voranzubringen. Das geht los beim Kuchenbasar in der Schulpause, über Versteigerungen diverser Silbermond-Utensilien im Internet und der Teilnahme an Benefizmarathonläufen bis hin zu Benefizkonzerten und vielen, vielen anderen Aktionen. Einige Projekte konnten wir so schon realisieren.
Den Wiederaufbau eines Fischerdorfes in Südindien nach der Flutkatastrophe zum Beispiel oder eine Frauenschule in Kamerun. Aktuell sind wir auf der Suche nach einem neuen Projekt in Haiti. Auch hier geht es darum, langfristig zu helfen und auch in einigen Jahren noch vor Ort zu sein. Dann, wenn die Kameras und die Augen der Öffentlichkeit sicher längst schon wieder fort sein werden.
Aktuelles zu den einzelnen Projekten findet man immer auf unserer Homepage.
Ihr unterstützt auch die Aktionen „Deine Stimme gegen Armut“, „Brot für die Welt“, „Laut gegen Nazis“, ... Das alles ist nicht selbstverständlich. Warum tut Ihr das?
Stefanie: Wir als Menschen und Band haben schon immer solche Projekte unterstützt, nicht weil es chic ist, sozial engagiert zu sein, sondern weil es uns am Herzen liegt. Das ist der einzige Grund.
Was passiert nach „Nichts passiert“? Was gibt es Neues bei Silbermond? Woran arbeitet Ihr gerade?
Andreas: Dieses Jahr steht noch das eine oder andere Konzert an, vorwiegend Open Airs, worauf wir uns schon sehr freuen. Dazwischen werden wir natürlich wieder an neuen Sachen arbeiten. Viele Ideen schwirren schon in unseren Köpfen und wir sind selber sehr gespannt, in welche Richtungen unsere musikalischen Gedanken uns dieses Mal treiben werden. Wann genau es ein neues Album von uns geben wird, steht noch in den Sternen. Aber sobald wir für uns das Gefühl haben, eine gute vierte Platte gemacht zu haben, wird man wieder von uns hören.
Welche Open-Air-Sommertourtermine sind in den neuen Bundesländern geplant?
Johannes: In den neuen Bundesländern spielen wir unter anderem in Potsdam und Kamenz, unweit unsere Heimatstadt Bautzen. Das wird zugleich das Abschlusskonzert der „Nichts Passiert-Tour“ werden. Es ist uns nämlich immer wichtig, die Tour sowohl zu Hause zu starten als auch zu beenden.
Welche Tipps habt Ihr für Leute, die hauptberuflich ins Musikbusiness einsteigen wollen?
Stefanie: Das ist schwer zu sagen. Jeder Musiker schreibt seine eigene Geschichte. Von daher gibt es keine Patentrezepte oder Schablonen, die man anlegen kann. Man sollte es nicht als Ziel sehen, berühmt zu werden. Darum geht es bei Musik nicht. Vielmehr darum, Geschichten zu erzählen und Emotionen zu verarbeiten. Und das ist in erster Linie eine ganz persönliche und private Sache. Das sollte man sich bewahren und nicht mit Kalkül planen und konstruieren. Es ist immer gut, einen eigenen Stil zu haben, viel an sich und seinem Instrument zu arbeiten und so viel wie möglich live zu spielen. Ansonsten gilt:
Habe Spaß und erwarte nichts. Was passiert, das passiert!
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