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  September-Ausgabe 2006
Nicht nur Zahlen im Kopf

Was ein/e Bankkaufmann/frau noch alles braucht


Zahlen sind trocken, machen keinen Spaß und mit fremdem Geld umzugehen ist sowieso nicht so aufregend wie mit seinem eigenen. Sagen viele, wenn sie etwas vom Beruf des Bankkaufmanns hören. Nicht so Frank Vorrath. Der 24-jährige Leipziger wusste bereits vor dem Abitur, dass er genau das werden will. „Unsere Familie ist durch kaufmännische Berufe geprägt. Meine Schwester hat auch bei der Sparkasse gelernt, meine Mutter ist Buchhalterin“, sagt Frank. Darum wusste er, dass alle Klischees und Vorurteile nicht stimmen. Zudem ist er als begeisterter Radsportler, der gern die elf Kilometer um den Cospudener See fährt, alles andere als ein langweiliger „Erbsenzähler“.

Seit Anfang dieses Jahres ist Frank fertig mit der Lehre; im August 2003 begann er seine zweieinhalbjährige Ausbildung. Beworben hatte er sich bereits ein Jahr vorher. „Kurz danach wurde ich zum schriftlichen Test eingeladen. Heute ist das ein Onlinetest“, sagt er. Und Clivia Beyer vom Personalmanagement der Sparkasse Leipzig fügt hinzu: „Schon die Bewerbung muss heute bei uns online eingehen. Das nützt auch dem künftigen Azubi, denn teure Bewerbungsmappen entfallen so.“ Wer den Onlinetest besteht, wird zum Telefoninterview gebeten. Wirklich drauf vorbereiten kann man sich darauf nicht. Es geht aber auch nicht um Fachwissen, das man noch gar nicht haben kann, sondern eher um die Persönlichkeit. Und es geht darum, seine eigenen Stärken und Schwächen aufzuzeigen. „Natürlich sollte sich ein Bewerber gut über seinen künftigen Ausbildungsbetrieb informiert haben“, verrät Clivia Beyer mit einem Augenzwinkern. Nach diesem Telefoninterview werden die Bewerber zu einem Assessment-Center eingeladen. Die so genannten AC’s sind oftmals reine Übungssache. „Wer hier scheitert, sollte das auf keinen Fall als Niederlage sondern als Chance sehen: Umso besser klappt es dann beim nächsten Auswahltest“, weiß die Personalmanagerin.
Frank hatte es geschafft – er erhielt einen der begehrten Ausbildungsplätze. Innerhalb der Sparkasse Leipzig lernte er verschiedene Bereiche kennen. Das waren zum Beispiel mehrere Geschäftsstellen, das VermögensCenter oder das MarktServiceCenter. Das ist die Abteilung, in der alle wichtigen Dinge für den Kundenberater vor- und nachbereitet werden. „Mit deren Hilfe haben die Berater in der Geschäftsstelle mehr Zeit für die Kundenberatung und die Lösung ganz spezieller Anliegen ihrer Kunden“, weiß Frank.

In der Berufsschule wurde es dann theoretisch – und manchmal auch trocken. Rechnungswesen, Geld- und Vermögensanlage oder Kreditinstitute in der Gesamtwirtschaft hießen die Fächer. Auch Englisch speziell für Bankkaufleute wurde gelehrt. „Das half mir beispielsweise während der Fußball-WM. Da kamen viele ausländische Kunden, die Geld wechseln oder einzahlen wollten. Und auch sonst ist es nicht verkehrt, als Bankkaufmann Englisch zu können“, meint der junge Mann.

Aufgelockert wurde die graue Theorie durch Seminare in der Sparkasse. „Unsere Dozenten kommen alle aus dem Unternehmen und trainieren die Azubis anhand von Fallbeispielen. Wichtig ist, dass man das Gelernte in der Praxis richtig anwenden kann“, erklärt Clivia Beyer. Besonders viel Spaß macht den Azubis die Mitarbeit in Projekt-Teams. Dabei tragen sie die Verantwortung für das Gelingen einer Sache und sammeln wertvolle persönliche Erfahrungen. „Das hat echt was gebracht“, lobt Frank Vorrath, der auch sonst rundum zufrieden ist mit der Ausbildung. „Ich wüsste nicht, was ich bemängeln soll“, schmunzelt der Jungkaufmann, der in einer Leipziger Geschäftsstelle Kunden zu Sparbuch, Krediten, Versicherungen und Co. berät.

Von Daniel Große


LSR


Voraussetzungen:

Guter Realschulabschluss oder Abitur, Freude im Umgang mit Menschen, sicheres Auftreten

Ausbildung:

Zweieinhalb Jahre, duales System betrieblicher Ausbildung und Berufsschule, Vorauswahl durch Tests und Assessment-Center

Weitere Infos:

[www.sparkasse-leipzig.de/ausbildung]

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