| Der Job für kreative Tüftler
Maschinenbauingenieure – gefragte Experten in vielen Branchen
„Es ist einfach schön, wenn man in der Montagehalle vor der fertigen Maschine steht, sieht, wie sie läuft und weiß, daran hat man einen Anteil“, schwärmt Wolfgang Zekert, Entwicklungsingenieur bei der XENON Automatisierungstechnik GmbH in Dresden Gittersee. In diesem Unternehmen werden kundenspezifisch angepasste Produktionsanlagen für die Automatisierung von Fertigungsprozessen hergestellt. Die Fertigungspalette reicht vom Maschinenwinzling für die Medizintechnik bis hin zu ganzen Fertigungslinien für die Automotive Branche. „In unserem Unternehmen werden die Maschinen nicht nur entwickelt, hier werden auch die Teile dafür angefertigt, die Maschine montiert und in Betrieb genommen“, freut sich der 31-Jährige, „wir sind von Anfang an dabei, haben so Gelegenheit, den gesamten Produktionsprozess zu begleiten und Erfahrungen zu sammeln.“ Als Maschinenbauingenieure mit Fachrichtung Konstruktion planen, entwickeln und konstruieren Wolfgang und seine Kollegen im Team die unterschiedlichsten Produkte und simulieren deren Funktion. Dabei berücksichtigen sie natürlich wirtschaftliche und ökologische Gesichtspunkte. Die Entwickler arbeiten vorwiegend am Computer, denn die Konstruktionsunterlagen entstehen heute alle rechnergestützt. Wolfgang nutzt OneSpaceDesigner, ein CAD-Programm. Mit diesem Programm modelliert er Teile, stellt Baugruppen zusammen, erstellt technische Zeichnungen und Dokumentationen. Das Programm basiert auf einer objektorientierten Datenbank, auf deren Bestand- bzw. Bauteile der junge Maschinenbauer bei seiner Arbeit immer wieder und gern zurückgreift. Er hat außerdem die Möglichkeit, Variationen und Spezifikationen verfügbar zu machen. „Vieles an unserer Arbeit ist ähnlich aber doch anders“, benennt Wolfgang dieses Prinzip der optimalen Wiederverwendbarkeit. Gleichzeitig verweist er mit dieser Aussage auf die beeindruckende technische Vielseitigkeit seines Jobs. „Ich wollte nach der abgeschlossenen Ausbildung zum Zentralheizungs- und Lüftungsbauer und nachgeholtem Fachabi etwas Technisches studieren. Das Maschinenbaustudium und meine Arbeit stellten sich dabei als noch vielseitiger als gedacht heraus“, erklärt er begeistert. „Gleichzeitig ist das Studium recht anspruchsvoll. So locker, flockig ist es nicht gemacht“, bestätigt er aus Erfahrung. Ausgehend vom neusten Stand der Technik erlernt man im Rahmen dieses Ingenieurstudiums das Entwerfen, Entwickeln und Instandhalten von Maschinen, Produkten und Produktionsmitteln. Dabei wird viel Wert auf die Vermittlung systematischer Denkschemen und technologischen Know-hows gelegt. Das Grundstudium bildet die Basis der Ingenieursausbildung. Die Vertiefung der Grundlagenfächer, wie Konstruktionslehre, Technische Mechanik, Thermodynamik, Elektrotechnik, Werkstoffkunde, Fertigungslehre, Mathematik, Informatik, Chemie stehen im Mittelpunkt. Dieses Wissen wird im Hauptstudium entsprechend der gewählten Spezialisierungsrichtung durch branchenbezogene Schwerpunkte umfassend und praxisnah vertieft. Man wird befähigt, komplexe Funktionsabläufe zu verstehen, zu entwickeln und zu gestalten. Wesentlich sind auch kommunikative Fähigkeiten. „Ein Ingenieur ist ein Verkäufer, hat einer unserer Profs immer gesagt“, schmunzelt Wolfgang und erklärt, „ich muss dem Kunden beispielsweise von der Prozesssicherheit meiner neu ausgetüftelten Idee überzeugen, ihm die Vorteile der konstruktiven Neuerung vermitteln können.“
Wolfgang und seine Kollegen entwickelten innerhalb von 8 Wochen beispielsweise für einen Automobilzulieferer, eine Kontaktbestückungsmaschine, ein standardisiertes Modul zum vollautomatischen Bestücken vielpoliger Steckverbinder. Diese winzig kleinen Steckverbinder (kleines Bild), die schlussendlich in der Fahrzeugelektronik Verwendung finden, durchlaufen in diesem Automaten einen für ihre Größe ziemlich komplizierten Fertigungsprozess. Viele Technologien, wie Sortieren, Ausrichten, Transportieren, Trennen, Messen, Prüfen, Verpacken kommen zum Einsatz. Wolfgangs Beitrag am Ganzen war die Steckerleistenzuführung und die Prüfstrecke berichtet er stolz.
Von Steffi Mrosek |