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Notarfachangestellte punkten mit fundiertem Rechts- und Notariatswissen

Das deutsche Recht, ein Buch mit sieben Siegeln? Nicht für Notarfachangestellte! Im Gegenteil: Rechtsangelegenheiten, wie ein Hauskauf, das Bearbeiten von Eheverträgen und Testamenten, das Unterstützen bei Unternehmensgründungen – für Notarfachangestellte gehört das alles zur Routine. Sie sind die rechte Hand des Notars.

Mit guter Vorbereitung erleichtern sie ihrem Chef die Beurkundung sowie das Abwickeln eines Vertrages. Denn die Notarfachangestellten arbeiten die Informationen der Klienten im Vorfeld auf, bereiten den Schriftverkehr mit Behörden und Gerichten vor, verwalten die Akten und kümmern sich um die Gebührenabrechnung. Wer sich für diesen Ausbildungsberuf entscheidet, will also Verantwortung übernehmen, denn es gilt: Der Mensch steht im Vordergrund. Soziale Kompetenz und das nötige Feingefühl für die Sorgen und Ängste der Klienten, dies sollte ein Bewerber mitbringen.

Der Notar übrigens ist im Unterschied zum Rechtsanwalt Träger eines öffentlichen Amtes. Er übt eine staatliche Funktion aus und ist unparteiisch. Das heißt, er ist auf der Suche nach dem optimalen Weg für beide Vertragsparteien. In einigen Fällen schreibt der Gesetzgeber den Gang zum Notar zwingend vor. Denn Vorgänge sollen so akkurat und präzise wie möglich ablaufen, damit es später nicht zum Streit kommt. Beim Kauf bzw. Verkauf eines Grundstücks zum Beispiel geht ohne Notar gar nichts, denn solch eine Abwicklung ist für einen Laien unüberschaubar und beinhaltet viele Stolperfallen.

Um diese Stolperfallen zu umschiffen, arbeiten in Sachsen derzeit 128 Notare. 33 junge Leute erlernen zurzeit den Beruf. „Sie haben gute Übernahmechancen bei ihren Ausbildungsnotaren, aber auch auf eine Anstellung bei einem anderen Notar“, bestätigt eine Sprecherin. Inzwischen würden die Ländernotarkasse immer häufiger auch Anfragen von Behörden oder Wirtschaftsunternehmen nach ausgebildeten Notarfachangestellten erreichen. Ein Beruf mit Zukunft und Potential also.

Bis zum Start in den Job-Alltag durchlaufen die Anwärter zunächst drei Ausbildungsjahre, die sie jedoch verkürzen können. Eine frühere Ausbildung kann angerechnet werden. Bei besonders guten Leistungen kann die Abschlussprüfung vorgezogen werden. Azubis arbeiten nicht nur im Notariat. Sie gehen auch zur Berufsschule. Der Unterricht erfolgt im Block – in den Städten Burg, Dresden, Gera oder Schwerin.
Büropraxis, -organisation, Wirtschaftslehre, Rechnungswesen und Grundlagen des Rechts sind Inhalte des ersten Ausbildungsjahres. Im zweiten und dritten Jahr steht die Behandlung von Fällen im Vordergrund. Geschult werden die zukünftigen Notarfachangestellten außerdem im Urkundenwesen, im Führen der Notarbücher und in der Kostenabrechnung.
Die Zwischenprüfung im zweiten Ausbildungsjahr ist die Voraussetzung für die spätere Abschlussprüfung. Diese wiederum besteht aus einem schriftlichen und einem mündlichen Teil. Abgefragt werden die Fächer Recht, Notarkostenrecht, Wirtschaftslehre, Rechnungswesen, Freiwillige Gerichtsbarkeit und Fachbezogene Informationsverarbeitung.

Nach der Ausbildung ist vor der Fortbildung! Die Notarkammern, Ländernotarkasse und Notarbünde bieten regelmäßig Seminare an. Drei Jahre nach Abschluss der Ausbildung haben Notarfachangestellte außerdem die Möglichkeit eines Fernlehrgangs, den sie mit dem Titel „Leitender Notarmitarbeiter“ abschließen.

Text: Anja Landmann und Foto: fotolia.com


Notarfachangestellte
Notarfachangestellte sind die
rechte Hand des Notars. Das
Bearbeiten von Grundstücks-
kaufverträgen, Eheverträgen und
Testamenten ist für sie Routine.


Ausbildung:

3-jährige duale Ausbildung

Voraussetzungen:

Der Beruf der/des Notarfachangestellten steht grundsätzlich allen offen. Entscheidend ist die persönliche Eignung. Wichtig sind dabei ein gutes sprachliches Ausdrucksvermögen, logisches Denken, Genauigkeit, Offenheit, Selbständigkeit, Verschwiegenheit und angemessene Umgangsformen.

Weitere Infos:

[www.laendernotarkasse.de]
[www.notarkammer-sachsen.de]

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