| „Ja, wir lernen Ampeln bauen!“ |
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Die Westsächsische Hochschule in Zwickau bietet den Studiengang Verkehrssystemtechnik an
Verkehrssystemtechnik! Klingt ziemlich trocken. Junge Leute schreckt das erst mal ab. Dabei ist der Studiengang sogar richtig spannend. Wer das erkennt, ist klar im Vorteil. Denn: „Die Verkehrssystemtechnik ist kein Modestudiengang, daher gibt es relativ wenig Absolventen auf dem Markt“, sagt Professor Andreas Schuster, Direktor des Instituts für Verkehrssystemtechnik an der Westsächsischen Hochschule Zwickau (WHZ). Das bedeutet: „In der Regel finden alle Studenten einen Job. Denn die Verkehrsprobleme werden eher größer als kleiner.“
Doch was bedeutet das überhaupt, Verkehrssystemtechnik? „Wir bilden Ingenieure aus, die dafür sorgen, dass alle Verkehrsmittel optimal aufeinander abgestimmt sind, dass die Verkehrsanlagen eine ausreichende Leistungsfähigkeit haben und somit sichergestellt ist, dass der Verkehr mit Hilfe baulicher, vor allem steuerungstechnischer Maßnahmen, fließt“, erklärt der Institutsdirektor.
Studierende beschreiben ihre Zeit an der Hochschule übrigens oft schmunzelnd wie folgt: „Ja, wir lernen Ampeln bauen!“ Doch eigentlich beinhalten die 4 Jahre in Zwickau viel mehr als das. Deshalb sind die Einsatzmöglichkeiten nach dem Abschluss vielfältig. „Die einen arbeiten später in einem Ingenieurbüro oder in der planenden Verwaltung, zum Beispiel dem Verkehrsamt. Andere gehen in die Logistikabteilungen von Industrie, Verkehrsbetrieben und Transportunternehmen wie UPS“, sagt Schuster.
Das Studium in Westsachsen umfasst acht Semester und wird mit Diplom abgeschlossen. Im Grundstudium vermitteln die Lehrkräfte Kenntnisse auf mathematischen, physikalischen, allgemeintechnischen, wirtschaftlichen und rechtlichen Gebieten. Hinzu kommen Fremdsprachen und Hauptfächer des Ingenieurwesens.
Im fünften Semester steht die Praxis an. Die Studenten gehen für ein halbes Jahr in einen Betrieb, ein Unternehmen oder ein Amt. Anschließend spezialisieren sie sich auf die Verkehrslogistik oder Verkehrstechnik und -anlagen. Das siebte Semester beschreibt Schuster als Austauschsemester: „Es gibt keine Pflichtfächer. Die Studierenden haben die Gelegenheit, ins Ausland zu gehen, dort erworbene Leistungen einzubringen.“ Es folgt die Diplomarbeit. Mit Abschluss der acht Semester erhält man den Titel „Diplom-Ingenieur“ (FH).
Wie sieht der Berufsalltag aus? „Beim Studienschwerpunkt Verkehrstechnik und -anlagen geht es später vor allem um den Entwurf und die Bemessung von Verkehrsanlagen. In der Logistik um die Transportkonzeption und betriebswirtschaftliche Optimierung.“
Nur Zwickau bietet den Studiengang mit Maschinenbau-, Elektrotechnik- und Informatik-Hintergrund an. „Mit einer etwas anderen Ausrichtung und oft nur einem Bachelor-Abschluss auch andere Hochschulen“, erklärt Schuster. Die Erfurter zum Beispiel würden Schwerpunkte in Verkehrsbetriebswirtschaft und öffentlichem Personennahverkehr setzen. Die Technische Universität in Dresden sei hingegen weniger praxisorientiert. Das Studium als eigenständiger Studiengang sei selten in Deutschland: „Es gibt nur eine Handvoll Möglichkeiten.“
20 bis 30 Studenten nutzen ihre Chance jährlich in Zwickau. „Wir haben sehr angenehme Bedingungen.“ 90 Prozent der Absolventen seien männlich. „Unverständlicherweise haben wir nur einen Frauenanteil von 10 Prozent“, sagt Schuster und wirbt um die Gunst weiblicher Schulabgänger. Denn wie schon erwähnt: Die Chancen auf einen Job stehen gut.
Text: Anja Landmann und Foto: WHZ |