Science ohne Fiction

Karrierechancen in den Naturwissenschaften

Science ohne FictionGehörst du zu den Leuten, die dumme Fragen stellen, daraus aber kluge Antworten ableiten können? Oder gehörst du eher zu denen, die gern kluge Antworten formulieren, noch ehe die Frage überhaupt gestellt wurde?
Warum verschwinden eigentlich die Regenpfützen? Was passiert mit dem Wasser?
Naturwissenschaftler fragen viel, starten oft mit einfachen Fragestellungen und bilden auf ihrem schwierigen Erkenntnis-Weg dann Hypothesen, die sie experimentell auf ihre Theoriefähigkeit überprüfen. Biologie, Chemie, Physik, Astronomie und die Geowissenschaften zählen zu den Disziplinen von Science. Der englische Begriff verweist darauf, in welcher Pflichtsprache sich die Forscher in Stanford (USA) über Dresden (Sachsen) bis hin zur University of Science and Technology of China (Beijing) untereinander verständigen. Als eigentliche Sprache, in der die Science-Leute denken, gilt gemeinhin die Mathematik. Äußerlich erkennt man sie in den Instituten und Labors an der Outdoor-Kleidung unter dem weißen Kittel.

Sofern du ein Feeling für die richtigen Fragen, für das geduldige Verfolgen hoch komplexer Mechanismen und für die Zusammenarbeit in bunt gemischten, fachübergreifenden Teams hast und wenn dich auch das Herumwuseln auf internationalen Tagungen begeistern kann, dann könnte ein Science-Studium der Grundstein für deine Karriere in der Forschung, in der Industrie, im Consulting oder in der öffentlichen Verwaltung sein.

Weit mehr noch als die Universitäten, akademischen Institute und Einrichtungen engagiert sich die deutsche Wirtschaft finanziell in der Forschung und Entwicklung. Die nötigen Projektmanagement-Kenntnisse für den Job in F & E vermitteln Hochschulen heute schon studienbegleitend. Außerhalb der Laborarbeit (ob in der Uni oder in der Industrie) finden Naturwissenschaftler ihre Jobs zum Beispiel im Qualitätsmanagement, in der Herstellung, im Vertrieb oder in der Beratung.

Die Absolventen eines Science-Studiengangs und natürlich auch die Vertreter der angewandten Naturwissenschaften (darunter Mediziner, Ingenieure, Pharmakologen) zeichnen sich (neben ihrem Fleiß) durch ein breites Grundlagenwissen und vor allem durch hoch spezielle Studienschwerpunkte aus. Die wissenschaftliche Forschung und Projektarbeit brauchen einiges an Zeit. Deshalb wird gerade, um ein Thema weiter zu vertiefen, an das Bachelorstudium noch der Master und die Promotion angehängt. Naturwissenschaftler sind mit einem Bachelor-Abschluss nicht so gut bedient wie Informatiker oder Kaufleute. Diese schaffen damit bereits ganz gut ihren beruflichen Einstieg. Vor allem als Chemiker/in, Biologe/in oder Mediziner/in gilt eine Promotion als notwendiges Eintrittsticket für die Industrie-Karriere.

Die Eingangshürden für ein Studium sind unterschiedlich hoch: Im Wintersemester 2013 / 2014 brauchte man an der Technischen Universität Dresden für das Bachelor-Studium der Biologie oder Chemie einen Notenschnitt von 1,7 bzw. 2,4. Zulassungsfrei ist derzeit zum Beispiel das Studium der Chemie oder Physik an der TU Chemnitz. Physik studiert man an der Universität Leipzig bis zum Bachelor in sechs Semestern und bis zum Master in weiteren vier Semestern. In den Master-Kader der Physiker kommt man in Leipzig allerdings erst nach einer Eignungsprüfung.

Der Diplom-Abschluss, den man eigentlich abschaffen wollte, erlebt ein kleines Revival. Bundesweit gibt es noch bzw. inzwischen wieder eine ganze Reihe Diplomstudiengänge – vor allem an Technischen Universitäten. Gerade Diplom-Ingenieure haben ja den guten Ruf der deutschen Industrie mit begründet. Das Diplom entspricht dabei dem Masterabschluss. Es ist für Praktiker, zum Beispiel im Maschinenbau interessant, die nach dem Studium sofort bei einem deutschen Hersteller landen wollen. Wer sich erst einmal der Wissenschaft verschreibt, wer später einen international pro­blemlos anerkannten Abschluss erreichen möchte, wer im Ausland forschen oder arbeiten will, der wird eher die Bachelor-/ Master-Kombination wählen.

Einen Doktortitel zu erwerben, bedeutete für die meisten ein jahrelanges Auf-sich-selbst-gestellt-sein. Heute gibt es Graduiertenkollegs und strukturierte Promotionsprogramme, die während dieser Phase meist auch den Lebensunterhalt sichern, eine bessere Betreuung durch den Mentor gewährleisten und einen deutlich schnelleren Abschluss ermöglichen. Die Aufnahme in so ein begehrtes Programm sollte man schon im Hauptstudium planen. Eine Fast-Track-Promotion ermöglicht jungen Leistungsbringern auf der Überholspur, bereits parallel zu ihrem Masterstudium eine Promotion vorzubereiten.

Schon im Studium die spätere Karriere zu begünstigen, ist gar nicht so schwer: Wähle deine Studienschwerpunkte sorgsam aus. Bring dich in Studienprojekte ein. Mach dort mit guter Performance auf dich aufmerksam. Sammle im Studium zugleich viel Industrie-Erfahrung – möglichst dort, wo man deine Spezialgebiete anerkennt und später auch Science-Absolventen einstellt.

Text: Gerhard Winkler; Foto: AlienCat (fotolia.com) 

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