So ticken Personaler

Fünf Fragen an Natalie Weller, Personalreferentin bei der KATHREIN Sachsen GmbH

PersonalerinWorauf achten Sie bei der Suche nach dem richtigen Auszubildenden?
Grundsätzlich sind die Voraussetzungen je nach Berufsbild der Ausbildung natürlich verschieden. In der Lehrausbildung zum Elektroniker (m/w) für Geräte und Systeme werden beispielsweise ganz andere Schwerpunkte gesetzt als in einer kaufmännischen Ausbildung zum/zur Industriekaufmann/frau. So sind für uns bei den angehenden Elektronikern die Schulnoten in Mathematik und Physik von Interesse, wohingegen wir bei Industriekaufleuten, neben den Leistungen in Mathematik, mehr auf die Noten in Deutsch und Englisch schauen, da wir als international agierendes Unternehmen natürlich auch Kundenkontakte ins Ausland pflegen und Analysen und Reportings teilweise in englischer Sprache erstellt werden. Grundsätzlich sind wir als Ausbildungsunternehmen (neben dem berufsschultheoretischen Unterricht) aber dafür da, fehlende Kenntnisse in der Praxis zu vermitteln. Viel wichtiger als einzelne Schulnoten ist der Gesamteindruck, d. h. wie sind zum Beispiel die Bewerbungsunterlagen aufbereitet und sind alle notwendigen Dokumente beigefügt. Bedeutend ist natürlich letztlich ein persönliches Gespräch, um einen umfassenden Eindruck von der Bewerberin oder dem Bewerber zu erhalten.

Welche formalen Kriterien sollte die Bewerbung um einen Ausbildungsplatz erfüllen?
Unverzichtbare Bestandteile einer Bewerbung sind sowohl das Bewerbungsanschreiben, der Lebenslauf und aktuelle Zeugnisse als auch Bewertungen von Praktika und Ferienjobs. Oft werden wir gefragt, ob bei Schülern denn ein Lebenslauf notwendig ist, da darin noch gar nicht viele Etappen vorgewiesen werden können. Doch Hobbys oder private Interessen, die in einem Lebenslauf aufgeführt wurden, liefern uns Informationen und ein genaueres Bild über den Bewerber. Außerdem sind die Angaben zu Geburtsdatum und Geburtsort für uns in der Personalarbeit, gerade bei der Erstellung des Ausbildungsvertrages, sehr wichtig. Gern können sich Bewerber auf Kontakte beziehen, die im Vorfeld auf einer der Ausbildungsmessen oder bei der „Woche der offenen Unternehmen“ geknüpft wurden. Übrigens macht es bei uns absolut keinen Unterschied, ob eine Bewerbung per E-Mail oder per Post eingeht. Wichtig bei postalisch übersendeten Bewerbungsmappen ist der „erste Eindruck“ hinsichtlich Ordnung und Sauberkeit der Mappe, da hier schnell ein falscher Rückschluss auf die Arbeitsweise gezogen werden kann.

Wie weckt man im Bewerbungsanschreiben Ihr Interesse und wie sollte es aufgebaut sein?
Ganz wichtig: Die Verantwortlichen sollten möglichst persönlich angesprochen werden. Wenn man also aus vorherigen Veranstaltungen oder Telefonaten den Namen des Personal­verantwortlichen kennt, dann kann man die betreffende Person auch gern im Anschreiben direkt ansprechen. Zweite Möglichkeit wäre hier der Name des Geschäftsführers, der auf der Homepage jedes Unternehmens im Impressum zu finden ist. Das zeugt davon, dass man sich vorher mit der Firma beschäftigt hat. Unbedingt vermieden werden sollten Standardschreiben, in denen möglicherweise noch ein falscher Ansprechpartner oder Ausbildungsberuf hinterlegt ist. Wird man als Unternehmen direkt angesprochen, kann man Rückschlüsse daraus ziehen, dass sich die Bewerber mit dem Tätigkeitsprofil auseinandergesetzt haben. Ansonsten kann das Motivationsschreiben auch ruhig auf Stärken des Bewerbers hinweisen und „peppig“ formuliert sein.

Nach welchen Kriterien analysieren Sie den Lebenslauf?
Da sich zum größten Teil Schüler auf unsere Ausbildungsstellen bewerben, spielt die Analyse des Lebenslaufes ehrlich gesagt nicht die primäre Rolle. Aber man erkennt schnell, welche Schule gerade besucht wird, kann also Rückschlüsse auf den angestrebten Abschluss ziehen und hat freiwillige Praktika und soziales Engagement zügig im Blick, um zu sehen, ob eventuell sogar in der gleichen Branche Erfahrungen vorhanden sind.

Welche Fragen sollte ein Bewerber im Vorstellungs­­­ge­spräch beantworten können? Worauf sollte er achten? Wie sollte er sich vorbereiten?
Im Vorstellungsgespräch geht es uns nicht darum, die Bewerber „auszufragen“ oder gar auf Herz und Nieren zu prüfen, sondern es ist vielmehr ein Kennenlernen von beiden Seiten. Wir geben detaillierte Informationen zur Firma, zur Ausbildung sowie zu deren Ablauf in unserem Haus. Die Bewerber müssen überhaupt nicht aufgeregt sein. Grundsätzlich rate ich davon ab, sich vorformulierte Antworten zu überlegen. Das klingt schnell unaufrichtig und auswendig gelernt. Wir möchten gern mit dem wahren Menschen hinter der Bewerbungsmappe Bekanntschaft schließen. Das Gespräch sollte also als Informations- und Kennenlerngespräch für die Bewerber und uns gesehen werden. Natürlich sollte man auf grundlegende Dinge wie Höflichkeit achten und keine übertriebene Coolness an den Tag legen, viel mehr zählen Offenheit und Ehrlichkeit.

Foto: privat


Fünf Fragen an Gunter Wolfram, Residenzleiter der AlexA Senioren­residenzen in Dresden

Gunter Wolfram

Gunter Wolfram (Foto: privat)

Worauf achten Sie bei der Suche nach dem richtigen Auszubildenden?
Die Grundvoraussetzung für eine Ausbildung in der Pflege ist der mittlere Schulabschluss, ohne diesen können wir Bewerber kaum berücksichtigen. Es kommt uns aber nicht nur auf Noten und Abschlüsse an. Wir möchten, dass uns die Bewerber von ihrem Interesse an einem Beruf in der Pflege überzeugen. Warum sehen sie ihre berufliche Zukunft ausgerechnet in diesem Bereich? Eventuell wurden bereits Erfahrungen innerhalb eines Praktikums oder im privaten Umfeld gesammelt, die den Bewerber dazu bringen, den beruflichen Werdegang im Pflegesektor fortzusetzen. Ein ehrlicher Auftritt der Bewerber mit Motivation und Biss führt bei uns zum Erfolg.

Welche formalen Kriterien sollte die Bewerbung um einen Ausbildungsplatz erfüllen?
Wichtig sind für uns ein Lichtbild und die vollständigen Kontaktangaben der Bewerber mit Adresse, E-Mail und Telefonnummer, denn unser Wunsch ist, schnellstmöglich den Bewerber zu kontaktieren. Im ersten persönlichen Gespräch lässt sich besser feststellen, ob die Sympathie füreinander vorhanden ist.

Wie weckt man im Bewerbungsanschreiben Ihr Interesse und wie sollte es aufgebaut sein?
Um aufzufallen, sollte die Bewerbung vom Layout möglichst individuell aufgebaut sein. Ebenso kann ein einfallsreiches Bewerbungsfoto unser Interesse wecken. Daher liebe Bewerber: Seid kreativ, denn Kreativität und kommunikative Fähigkeiten, die sich auch im richtig geschriebenen Wort ausdrücken, sind uns wichtig!

Welche Fragen sollte ein Bewerber im Vorstellungs­­­ge­spräch beantworten können?
Wir stellen in den Bewerbungsgesprächen gern diese Fragen:

  • Warum interessieren Sie sich für einen Beruf in der Pflege?
  • Was machen Sie in Ihrer Freizeit zum Ausgleich vom Job?
  • Wo sehen Sie sich in 5 Jahren? Was möchten Sie bis dahin erreichen?
  • Wie stellen Sie sich den idealen Arbeitsplatz vor?

Ehrliche und glaubwürdige Antworten der Bewerber überzeugen uns und hinterlassen einen positiven Eindruck.

Womit werden Sie als Personaler bei der Durchsicht von Bewerbungsunterlagen außerdem konfrontiert?
Sprachliche Missgeschicke sind die Namensverwechslung der Ansprechpartner sowie die Verwendung von herabwürdigenden Begriffen, die wir in der Altenpflege ungern hören und verwenden, wie zum Beispiel „füttern“. Gerne werden E-Mails verschickt mit bis zu 20 verschiedenen Dateianhängen mit teilweise exotischen Dateiformaten, die nicht verwendet werden können. Grundsätzlich ist es empfehlenswert, die Bewerbung als ein PDF-Dokument anzulegen. Oft scheint den Bewerbern nicht bewusst zu sein, dass durch Fotos im Selfie-Stil und kreativ-kuriose E-Mail-Adressen die eigene Seriosität leidet. Das verrät auch, mit welcher Ernsthaftigkeit an eine Bewerbung herangegangen wird.

Über die AlexA Seniorendienste GmbH
Die AlexA Seniorendienste sind ein deutsch­land­weiter Gesundheitsdienstleister für moderne Wohn- und Pfle­geangebote. Auch die Mitarbeiter zu pflegen, ist dem Berliner Unternehmen sehr wichtig. Familienfreundliche Dienste und Zulagen, Gesundheitsförderung und zahlreiche Team-Events sind gern angenommene Wohlfühlfaktoren.
Mehr unter: www.alexa-seniorendienste.de


Sieben Fragen an Heidi Rademacher, Personalchefin der Siltronic AG

Heidi Rademacher

Worauf achten Sie bei der Suche nach dem richtigen Auszubildenden?
Der Bewerber sollte ein grundlegendes Interesse am Ausbildungsberuf zeigen. Hilfreich ist es, wenn bereits praktische Erfahrungen, beispielsweise in Form von Schülerpraktika, gesammelt wurden. Ebenso werden gute Noten in den naturwissenschaftlichen Fächern, technisches Verständnis und Englischkenntnisse vorausgesetzt. Im persönlichen Gespräch achten wir auf das Auftreten und die Umgangsformen. Der Bewerber sollte zum Unternehmen und in das Team passen.

Welche formalen Kriterien sollte die Bewerbung um einen Ausbildungsplatz erfüllen?
Wir achten auf die Vollständigkeit der Unterlagen. Dazu gehört ein aussagekräftiges Anschreiben ebenso wie ein Lebenslauf, Zeugnisse und Praktikumsbeurteilungen. Eine Bewerbung hinterlässt vor allem dann einen positiven Eindruck, wenn die Form sauber und fehlerfrei ist. Bevorzugt werden bei der Siltronic AG Onlinebewerbungen.

Wie weckt man im Bewerbungsanschreiben Ihr Interesse und wie sollte es aufgebaut sein?
Unser Interesse wird geweckt, wenn der Bewerber ein paar Worte zur eigenen Person schreibt und erklärt, warum er sich für den Beruf des Mechatronikers beziehungsweise des Elektronikers für Automatisierungstechnik interessiert und welche Erfahrung er bereits gesammelt hat. Unverzichtbar sind ein guter schriftlicher Ausdruck sowie korrekte Rechtschreibung.

Nach welchen Kriterien analysieren Sie den Lebenslauf?
Wir prüfen, ob der Lebenslauf lückenlos ist. Es sollten zudem alle wichtigen persönlichen Daten wie Name, Geburtsdatum, Anschrift und bei Nichtvolljährigkeit Angaben zu den Eltern enthalten sein.

Welche Fragen sollte ein Bewerber im Vorstellungs­­­ge­spräch beantworten können? Worauf sollte er achten? Wie sollte er sich vorbereiten?
Im Gespräch wollen wir merken, dass sich der Bewerber mit dem Berufsbild auseinandergesetzt hat. Zudem sollte der Bewerber darstellen können, warum er speziell diesen Beruf lernen möchte. Wichtig ist uns, dass sich der Jugendliche über unser Unternehmen informiert hat und unser Produkt kennt. Da ist natürlich Eigeninitiative gefragt, aber auf der Unternehmenswebsite ist viel Wissenswertes zu finden. Weiterhin legen wir großen Wert auf eine offene Kommunikation. Auch bei der Frage nach Stärken und Schwächen sind uns ehrliche und authentische Antworten wichtig. Wir empfehlen den Jugendlichen, die Gesprächssituation zu Hause mit den Eltern zu üben. Dann ist die Aufregung auch nicht mehr ganz so groß.

Welche sprachlichen Missgeschicke unterlaufen Bewerbern in ihren Bewerbungsunterlagen?
Fehlerhafte Grammatik und Rechtschreibung kommen immer wieder vor. Wir empfehlen daher, die Unterlagen z.   B. von Eltern, Lehrern oder Mitschülern prüfen zu lassen. Wir erhalten auch immer wieder Bewerbungen, in denen das falsche Unternehmen angesprochen wird. Auch hier gilt: lieber einmal mehr, als einmal zu wenig geprüft. Bewerber sollten zudem auf fehlerfreie Kontaktdaten achten.

Womit werden Sie als Personaler bei der Durchsicht von Bewerbungsunterlagen außerdem konfrontiert?
Wenn der Bewerber ein Foto den Bewerbungsunterlagen beifügt, sollte auf Aktualität geachtet werden. Das Bild sollte zum aktuellen Erscheinungsbild des Bewerbers passen.


Fünf Fragen an Beate Kahnt, Personalleiterin des Rudolf Virchow Klinikums Glauchau

Personalerin

Beate Kahnt [Foto: privat]

Worauf achten Sie bei der Suche nach dem richtigen Auszubildenden?
Ganz wichtig ist uns, dass das Interesse am Ausbildungsberuf Gesundheits- und Krankenpfleger spürbar ist. Das heißt, der Bewerber hat z. B. durch ein Praktikum in der Krankenpflege, Altenpflege oder im medizinischen bzw. sozialen Bereich, ggf. auch während einer Tätigkeit im gemeinnützigen Bereich bzw. bei der Pflege und Versorgung von Verwandten Praxisluft geschnuppert. Gesucht werden belastbare Bewerber mit sehr guten bis guten schulischen Leistungen, die über ein gewisses Maß an Empathie verfügen.

Welche formalen Kriterien sollte die Bewerbung um einen Ausbildungsplatz erfüllen?
Die Bewerbung sollte ein aussagekräftiges Anschreiben, woraus die Motivation für den Beruf Gesundheits- und Krankenpfleger deutlich wird, einen chronologischen Lebenslauf möglichst mit einem aktuellen Lichtbild, Kopien der letzten Schulzeugnisse sowie Praktikumsnachweise gern auch Praktikumseinschätzungen enthalten. Weitere Kriterien sind eine saubere, fehlerfreie Form, einwandfreie Druckqualität auch die Adresse und der Name des zukünftigen Ausbildungsbetriebes sollten vollständig und richtig sein. Außerdem wünschen wir uns einen Hinweis auf Hobbys oder erwähnenswerte Freizeitbeschäftigungen.

Wie weckt man im Bewerbungsanschreiben Ihr Interesse und wie sollte es aufgebaut sein?
Das Bewerbungsschreiben (auf einer DIN A4-Seite mit ordentlichen Seitenrändern, seriöse Wortwahl) sollte Folgendes beinhalten: Zuerst findet sich die Bezugnahme auf eine evtl. Ausschreibung der Ausbildungsstelle. Danach folgt eine kurze Begründung, warum Gesundheits- und Krankenpfleger der erstrebenswerte Beruf ist. Die Argumente sollten klar und schlüssig formuliert sein, keine Schachtelsätze! Interesse weckt der Bewerber außerdem durch individuelle Aussagen zu ein bis zwei berufsrelevanten Fertigkeiten sowie zu signifikanten Informationen zur schulischen oder beruflichen Situation.

Nach welchen Kriterien analysieren Sie den Lebenslauf?
So wie das Anschreiben sollte auch der tabellarische Lebenslauf genau auf die avisierte Ausbildung abgestimmt sein. Voraussetzung ist eine klare chro­nologische oder funktionale Struktur. Ungenauigkeiten, unerklärliche Zeitsprünge oder gar Widersprüche sind ein No-Go. Kriterien für die Analyse sind die Schulbildung sowie die auf den Beruf zielgerichtet abgestimmten Informationen wie Praktika oder Ferienjobs bzw. besondere Kenntnisse.

Welche Fragen sollte ein Bewerber im Vorstellungs­­­ge­spräch beantworten können? Worauf sollte er achten? Wie sollte er sich vorbereiten?
Folgende Fragen sollte ein Bewerber für den Beruf des Gesundheits- und Krankenpflegers an unserem Klinikum beantworten können: Was wissen Sie über unser Klinikum? Wie stellen Sie sich die Tätigkeit eines Gesundheits- und Krankenpflegers vor? Können Sie sich die Belastungen im 3-Schicht-Dienst vorstellen? Wie hat sich Ihr Berufswunsch entwickelt? Wenn ein FSJ absolviert wurde, welche Erfahrungen haben Sie dort gemacht? Haben Sie schon Erfahrungen im Umgang mit Sterbenden? Wie verbringen Sie Ihre Freizeit, gibt es Engagements im sozialen Bereich?


Fünf Fragen an Silvia Vogel, Personal Recruiting Mitteldeutschland bei der Heinrich Schmid GmbH & Co. KG, Chemnitz

MalerhandwerkWorauf achten Sie bei der Suche nach dem richtigen Auszubildenden?
Unsere zukünftigen Auszubildenden sollten Lust auf den Beruf und im besten Fall bereits ein Praktikum in einem Handwerksberuf absolviert haben. Wir suchen „Macher“, keine Weicheier. Das Handwerk bietet vielseitige Möglichkeiten, sodass wir auch von unseren Azubis Vielseitigkeit erwarten. Häufig begegnet mir die Einstellung, dass man mit schlechten Noten immer noch einen Handwerksberuf erlernen kann. Das stimmt so nicht. Auch um den Beruf des Malers oder Trockenbaumonteurs zu erlernen, sollten die Noten in Mathematik und Physik nicht schlechter als 3 sein. Wer schlechtere Noten hat, kann uns gern mit ein oder mehreren Praktika sowie Begeisterung für den Beruf überzeugen.

Welche formalen Kriterien sollte die Bewerbung um einen Ausbildungsplatz erfüllen?
In erster Linie ist die Vollständigkeit wichtig. Zu einer Bewerbung für einen Ausbildungsplatz gehören mindestens: das Anschreiben, der Lebenslauf sowie die letzten beiden Zeugnisse. Auch ein professionelles und vor allem aktuelles Foto ist wünschenswert. Für die formalen Kriterien ist die Bewerbungsform ausschlaggebend. Bei einer E-Mail-Bewerbung beispielsweise, sollten die o.g. Dokumente als PDF angehangen sein. Häufig vermisse ich einen kurzen E-Mail-Text. Hier bitte auf die richtige Anrede achten und ein bis zwei Sätze formulieren. Auch in der postalischen Form lege ich großen Wert auf die Anrede. Ich bin immer wieder entsetzt, wenn ich mit „Sehr geehrte Damen und Herren,“ oder noch schlimmer mit „Sehr geehrter Herr Schmid,“ angesprochen werde. Zwei weitere Kriterien bei dieser Bewerbungsform sind: Die Unterlagen sollten sauber und geruchsfrei sein. Sie glauben gar nicht, wonach manche Bewerbung riecht  …

Wie weckt man im Bewerbungsanschreiben Ihr Interesse und wie sollte es aufgebaut sein?
Ganz wichtig beim Formulieren des Bewerbungsschreibens ist, darauf zu achten, dass es keine Standard-Floskeln enthält. Für einen Personaler ist nichts schlimmer, als wenn er diese Standardformulierungen liest: „…hiermit bewerbe ich mich bei Ihnen um einen Ausbildungsplatz als…“ oder auch „… zurzeit besuche ich die XYZ Schule und werde voraussichtlich 2018 meinen Realschulabschluss erfolgreich absolvieren…“, „…ich bin teamfähig, flexibel und pünktlich…“. Ich empfehle den Schülern immer realistisch zu sein und sich selbst einige Fragen zu beantworten. Wie bin ich auf die Stelle aufmerksam geworden (Einleitung)? Was kann ich besonders gut und was mache ich gern? Warum bewerbe ich mich bei diesem Unternehmen? Warum sollte die Firma mich einstellen? – Mit den Antworten auf diese Fragen ist eine Bewerbung schnell und allumfassend geschrieben!

Nach welchen Kriterien analysieren Sie den Lebenslauf?
Der Lebenslauf ist bei Schülern natürlich deutlich weniger umfangreich, als bei Bewerbern mit Berufserfahrung. Somit ist es wichtig, dass auch hier die Dinge stehen, die den Schüler ausmachen. Dazu gehören neben den Hobbys und Freizeitaktivitäten auch absolvierte Praktika. Hierbei kann auf die ausgeübten Tätigkeiten während des Praktikums eingegangen werden.

Welche Fragen sollte ein Bewerber im Vorstellungs­­­ge­spräch beantworten können? Worauf sollte er achten? Wie sollte er sich vorbereiten?
Die Bewerber sollten keine Angst vor einem Vorstellungsgespräch haben. Die meisten Personaler sind dem Bewerber gegenüber positiv gesonnen, wir wollen den Kandidaten ja einstellen, sonst hätten wir ihn nicht zum Vorstellungsgespräch eingeladen. Wichtig ist wirklich, dass man den Eindruck gewinnt, dass der Bewerber sich vorbereitet hat. Es wird nicht erwartet, dass man alles weiß und auf alles eine Antwort hat. Aber auf grundlegende Fragen sollte sich der Bewerber vorbereiten: Was macht die Firma? Was bedeutet Ihnen der Berufswunsch „Maler und Lackierer“? Was macht ein Maler und Lackierer eigentlich? Wie stellen Sie sich den beruflichen Alltag später vor? Wenn auf diese Fragen ein Schulterzucken kommt, dann wird mir als Personaler schnell klar, dass der Kandidat sich nicht vorbereitet und sich keine Gedanken zu seinem Berufswunsch gemacht hat. Häufig sind dies dann die KO-Kriterien.

Foto: Aaron Kohr (fotolia.com)


Fünf Fragen an Petra Puschmann, Leiterin Personal der Managementgesellschaft Gesundheitszentrum des Landkreises Görlitz mbH (Klinikum Oberlausitzer Bergland, Krankenhausservicegesellschaft Löbau-Zittau, Kreiskrankenhaus Weißwasser)

Personalerin

Worauf achten Sie bei der Suche nach dem richtigen Auszubildenden?
Unsere Gesellschaften bilden in acht verschiedenen Berufen aus: Gesundheits- und Krankenpfleger (m/w), Medizinischer Fachangestellter (m/w), Operationstechnischer Assistent (m/w), Medizinisch-technischer Radiologieassistent (m/w), Bürokaufmann (m/w), Fachinformatiker (m/w), Hauswirtschafter (m/w), Elektroniker (m/w).
Egal für welche Ausbildung man sich entscheidet, wir erwarten freundliche, aufgeschlossene Bewerber, die sich als Dienstleister für unsere Patienten, die Angehörigen und Mitarbeiter verstehen. Höfliche Umgangsformen, Hilfsbereitschaft und emphatisches Verhalten sollten selbstverständlich sein.

Welche formalen Kriterien sollte die Bewerbung um einen Ausbildungsplatz erfüllen?
Eine klassische Bewerbung mit Lebenslauf, Zeugnissen, absolvierten Praktika und einem kurzen Anschreiben, weshalb es gerade dieser Berufswunsch ist, können gern im PDF-Format an unsere Mailadresse personal@mg-lg.de oder auch als Mappe an unsere Hausanschrift Abteilung Personal, Görlitzer Straße. 8, 02763 Zittau geschickt werden.

Wie weckt man im Bewerbungsanschreiben Ihr Interesse und wie sollte es aufgebaut sein?
Das ehrliche Interesse des Bewerbers für den konkreten Ausbildungsberuf sollte erkennbar sein. Auf Floskeln oder klischeehafte Antworten kann verzichtet werden. Besser ist es, auf die persönliche Motivation, genau diesen Beruf erlernen zu wollen, einzugehen.

Nach welchen Kriterien analysieren Sie den Lebenslauf?
Der Lebenslauf muss aktuell, lückenlos und gut strukturiert gegliedert sein. „Vergessene“ oder nicht benannte Zeiträume lassen nur Raum für Spekulationen zu, das muss nicht sein.

Welche Fragen sollte ein Bewerber im Vorstellungs­­­ge­spräch beantworten können? Worauf sollte er achten? Wie sollte er sich vorbereiten?
Der Bewerber sollte uns im Gespräch überzeugen, dass er genau der Richtige für uns ist. Dabei helfen eine authentische Vorstellung, Kenntnisse über das Unternehmen und eine klare Vorstellung vom Ausbildungsberuf. Letzteres kann man sich in Schul- und Ferienpraktika erwerben. Mit dem Besuch unserer Homepage kann sich der Bewerber einen guten Überblick verschaffen und ist in der Lage, im Gespräch auf unternehmensspezifische Fragen zu antworten oder kann selbst solche stelle

Foto: Dr. Jana-Cordelia Petzold (MGLG)


Fünf Fragen an Steffen Opitz, Leiter Personal/Organisation bei der Dresdner Kühlanlagenbau GmbH

Personaler

Worauf achten Personalentscheider bei der Dresdner Kühlanlagenbau GmbH bei der Suche nach dem richtigen Auszubildenden?

Wir, beim Dresdner Kühlanlagenbau, legen bei der Auswahl für zukünftige Azubis sehr viel Wert auf den Blick hinter die Kulissen. Zeugnisse sind für uns nur ein kleiner Hinweis. Wichtiger ist der Mensch dahinter mit all seinen Interessen und sonstigen Fähigkeiten. Diese Informationen entdecken wir mit den eigens konzipierten Wissenstests und Aktionen, die wir mit den Bewerbern im Azubicamp durchführen.

Welche formalen Kriterien sollte die Bewerbung um einen Ausbildungsplatz erfüllen?

Selbstverständlich benötigen wir eine klassische Online-Bewerbung, aus der wir den Lebenslauf, die Zeugnisse und ggf. durchgeführte Praktika ersehen können. An der Form der Bewerbungsunterlagen kann man sehr gut erkennen, mit welcher Ernsthaftigkeit der Bewerber sich auf den neuen Lebensabschnitt vorbereitet hat.

Wie weckt man im Bewerbungsanschreiben Ihr Interesse und wie sollte es aufgebaut sein?

Im Bewerbungsschreiben sollte der ehrliche Wille des Bewerbers erkennbar sein. Begleitend sind Bestätigungen bereits absolvierter Praktika stets ein Ausdruck eines gewissen Interesses an einem handwerklichen Beruf. Wenn zudem noch die Form ansprechend ist und die Rechtschreibung zeigt, dass man sich intensiv um einen Ausbildungsplatz bei diesem einen Unternehmen bewirbt, dann ergibt das ein rundes Bild. Wenn wir jedoch ganz ehrlich sind, dann bewerben sich eher die Unternehmen beim Bewerber und genau dafür muss man das Interesse auch in Richtung Bewerber aufbauen – dies gelingt uns mit dem Azubicamp Jahr für Jahr immer besser. Hierbei helfen uns natürlich unsere Auszeichnungen wie der HR-Excellence-Award vom Dezember 2016 oder die Ernennung zum Besten Ausbildungs­betrieb Deutschlands im Focus April 2017 mit der entsprechenden medialen Aufmerksamkeit.

Nach welchen Kriterien analysieren Sie den Lebenslauf?

Für den Lebenslauf gibt es im Grunde zwei wichtige Kriterien: lückenloser Nachweis der Lebensabschnitte und Aktualität.

Welche Fragen sollte ein Bewerber im Vorstellungs­­ge­spräch beantworten können? Worauf sollte er achten?
Wie sollte er sich vorbereiten?

Der Bewerber sollte vor allem „bei sich bleiben“ und Ehrlichkeit an den Tag legen. Es geht ja um seinen nächsten Lebensabschnitt. Wissen zu den Eckdaten des Unternehmens bieten sich ebenso an, wie Aufmerksamkeit im Gespräch. Fragen an das Unternehmen sollte der Bewerber im Gepäck haben, denn im Gespräch hat er die Entscheider am Tisch und kann klare und ehrliche Antworten erhalten. …und die Vorbereitung startet ja bereits am Kleiderschrank, beim Friseur, mit einem gepflegten Eindruck – dies gilt übrigens für beide Seiten.

Foto: privat


Fünf SoFa-Fragen an David Hermer, Ausbildungsleiter der IKK classic in Sachsen

Personaler David HermerWorauf achten Personalentscheider bei der IKK classic bei der Suche nach dem richtigen Auszubildenden für den Beruf des Sozialver­sicherungsfachangestellten (SoFa)?

Die Bewerber sollten unbedingt ein hohes Maß an Verantwortungsbewusstsein, Zuverlässigkeit, Interesse am selbstständigen Arbeiten sowie der Arbeit mit Menschen mitbringen. Zudem sollte Teamfähigkeit, Flexibilität und Mobilität sowie der vertraute Umgang mit modernen Kommunikations- und Informationstechnologien für sie selbstverständlich sein.

Welche formalen Kriterien sollte die Bewerbung um einen Ausbildungsplatz erfüllen?

Sowohl Realschüler als auch Schüler weiterführender Schulen können den Beruf erlernen.
Gute Schulnoten, besonders in den Fächern Deutsch und Mathematik, sind dabei unabdingbar.
So ergeben sich für Bewerber folgende Kriterien: Realschüler müssen die Note 2 in Mathematik und Deutsch oder minimal in einem dieser beiden Fächer die Note 3 in ihrem Abschlusszeugnis nachweisen. Ihr Notendurchschnitt muss zudem mindestens 2,5 betragen. Bewerber mit einem weiterführenden Schulabschluss (z.   B. Fachabitur oder Abitur) müssen mindestens eine Note 3 in Mathematik und Deutsch sowie einen Notendurchschnitt von 3,0 oder gar besser vorweisen.

Wie weckt man im Bewerbungsanschreiben Ihr Interesse und wie sollte es aufgebaut sein?

Ehrenamtliches Engagement zeigt das Verantwortungsbewusstsein im sozialen Umfeld, egal ob im Verein oder in der Schule. Das unterstützt die Bewerbung. Zu einer vollständigen Bewerbung gehören für uns neben einem Anschreiben, der Lebenslauf, die Kopien der zwei letzten Schulzeugnisse sowie Nachweise zu etwaigen Praktika, sonstigen Enga­gements und Qualifikationen (Computerkurs, Sprachreise, Vereinsarbeit, Hobbies u.   ä.).
Sollten Interessenten /-innen eine Bewerbung per E-Mail bevorzugen, ist es für uns hilfreich, wenn sie ihre Bewerbungsunterlagen komplett in einem PDF-Dokument zusammenfassen.

Nach welchen Kriterien analysieren Sie einen Lebenslauf?

Bei einer Zusammenarbeit steht für uns immer Verantwortung, Vertrauen, Verlässlichkeit und Verbindlichkeit im Vordergrund. So sind für uns auch diese Kriterien im Lebenslauf von großer Bedeutung. Das heißt im Klartext: Ein Lebenslauf sollte authentisch, wahrheitsgemäß und in jedem Hinblick lückenlos sein. Im Übrigen sollte dieser mit Struktur, Erläuterungen, Stringenz, Sorgfalt und Aktualität überzeugen.

Welche Fragen sollte ein Bewerber im Vorstellungs­ge­spräch beantworten können? Worauf sollte er achten? Wie sollte er sich vorbereiten?

Für die IKK classic steht der Faktor „Mensch“ im Vordergrund. Wir möchten also unsere Bewerber/-innen selbst kennenlernen. Somit ist es wichtig, dass diese sich authentisch präsentieren und dabei nicht nur eine Rolle spielen. Unser Auswahlverfahren führen wir in kleineren Gruppen durch. Dadurch haben wir die Möglichkeit, jeden Bewerber besser kennenzulernen und uns von seinen Stärken und Schwächen ein Bild zu machen. Zum IKK-Bewerbertag (Auswahlverfahren) bekommt jeder Bewerber verschiedene Aufgaben gestellt. Diese können in Form einer Einzel- oder Gruppenübung sein, welche schriftlich oder mündlich zu lösen sind.

Also jetzt bewerben und gut vorbereiten!
Mehr Informationen rund um den Berufsstart findest du unter:
www.ikk-classic.de/ausbildung

Foto: privat


Angela Bomsdorf, Mitarbeiterin Bereich Personal / Berufsausbildung bei der Stadtreinigung Dresden GmbH

Angela BomsdorfWorauf achten Personalentscheider der Stadtreinigung Dresden GmbH (SRD) bei der Suche nach dem richtigen Auszubildenden?

Bei der Suche nach Auszubildenden achten wir vor allem auf manuelle und intellektuelle Fähigkeiten, soziale Kompetenzen sowie die schulischen Leistungen. In den Fächern Mathematik und Deutsch sowie bei der Ausbildung zum/zur Berufskraftfahrer/ in im Fach Physik erwarten wir gute Noten. Die Auszubildenden müssen auch menschlich ins Team passen und in der Lage sein, schwierige Aufgaben zu bewältigen. Die nötige Leistungsbereitschaft sowie die Motivation für die Ausbildung bei der SRD selbst sind ebenso wichtig. Aber auch gute Umgangsformen sind ein Muss. Die Stadtreinigung Dresden ist ein Dienstleistungsunternehmen, jeder Auszubildende hat täglich Kundenkontakt und ist daher unser Aushängeschild.

Welche formalen Kriterien sollte die Bewerbung um einen Ausbildungsplatz erfüllen?

Das wichtigste formale Kriterium einer Bewerbung ist noch immer die Vollständigkeit der Unterlagen. Denn ohne vollständige Unterlagen ist eine Einschätzung der Bewerber nur bedingt möglich. Aber auch der Gesamteindruck sollte ordentlich und sauber sein. In der Bewerbung sollten immer ein Anschreiben, der Lebenslauf, das letzte Zeugnis sowie ggf. Praktikumseinschätzungen enthalten sein. Der einfachste Weg der Bewerbung erfolgt über unser Online-Stellenportal. Eine Bewerbung per Post oder E-Mail ist selbstverständlich auch möglich.

Wie weckt man im Bewerbungsanschreiben Ihr Interesse, und wie sollte es aufgebaut sein?

Aussagekraft und Authentizität sind das A und O eines Anschreibens. Dabei sollte auch auf die persönlichen Fähigkeiten, Kenntnisse und Fertigkeiten eingegangen werden, welche der/die Bewerber/in für die Ausbildung mitbringt. Praktische Erfahrungen und Ferienjobs gehören ebenso in ein gutes Anschreiben wie Freizeitaktivitäten. Wichtig ist immer, dass die Motivation für die Ausbildung bei der Stadtreinigung Dresden klar wird.

Nach welchen Kriterien analysieren Sie einen Lebenslauf?

Zuallererst ist es wichtig, dass der Lebenslauf vollständig und übersichtlich ist, denn so lassen sich die wichtigsten Informationen schnell erfassen. Erleichternd ist es für uns, wenn die aktuelle Tätigkeit ganz oben steht. Grundsätzlich prüfen wir, ob der schulische Werdegang die Voraussetzungen für die Ausbildung erfüllt, ebenso, ob Praktika bzw. sonstige berufliche Erfahrungen für die Ausbildung von Vorteil sind.

Welche Fragen sollte ein Bewerber im Vorstellungsgespräch beantworten können? Worauf sollte er achten? Wie sollte er sich vorbereiten?

Im Vorfeld des Gespräches sollte sich der/die Bewerber/in ausführlich mit der Situation eines Bewerbungsgespräches auseinandersetzen und diese vorab mit Familie oder Freunden einmal ausprobieren, bzw. sich Tipps und Tricks geben lassen.
Pünktlichkeit und ein gepflegtes Äußeres sind dann ein guter Start in das Vorstellungsgespräch. Grundsätzlich erwarten wir, dass sich die Bewerber über die Stadtreinigung Dresden und den Ausbildungsberuf im Vorfeld informiert haben. Fragen nach dem Unternehmen, der Vorstellung zu Tätigkeiten in der Ausbildung aber auch nach der Motivation und dem Interesse werden mit Sicherheit gestellt. Darüber hinaus sollen die Bewerber etwas über sich selbst erzählen, und die wichtigsten Stationen ihres Lebensweges, Freizeitaktivitäten und Stärken vorstellen.

Foto: privat


Jana Hempel, Personalreferentin der Deutschen Werkstätten Hellerau

Jana Hempel, Personalreferentin der Deutschen Werkstätten HellerauWorauf achten Personalentscheider bei der Deutsche Werkstätten Hellerau GmbH bei der Suche nach dem richtigen Auszubildenden?

Zum einen achten wir auf die Noten in den Fächern Mathematik, Physik und Deutsch sowie auf die Kopfnoten im Zeugnis und zum anderen sollte sich der Bewerber schon mit seinem Berufswunsch eines Tischlers oder Industriekaufmanns /-kauffrau auseinandergesetzt haben, z.   B. durch Praktika oder Hobbys. Damit ist für uns ersichtlich, dass der Bewerber weiß, worum es in diesem Beruf geht und worauf er sich einlässt. Auch die Gruppenzusammensetzung ist am Ende für uns entscheidend. Diese sollte miteinander harmonieren, da sich alle gegenseitig während der Ausbildung formen, unterstützen und fördern werden. Wir legen Wert auf gepflegte Kleidung und gute Umgangsformen. Als Abschluss sollte der Bewerber mindestens einen Realschulabschluss mit guten bis sehr guten Noten vorweisen können.

Welche formalen Kriterien sollte die Bewerbung um einen Ausbildungsplatz erfüllen?

Die Bewerbungsmappe sollte vollständig, sauber  und ordentlich sein. Egal ob diese per E-Mail oder auf Papier an uns versendet wird. Es ist der erste Eindruck, welchen wir von dem Bewerber erhalten!  Ein fehlerfreies überzeugendes Anschreiben mit einem Lebenslauf und Foto, das letzte aktuelle Zeugnis, evtl. Praktika-Nachweise sowie Bilder von privaten Zeichnungen oder selbst gebauten Gegenständen gehören zur Vollständigkeit einer Bewerbungsmappe.

Wie weckt man im Bewerbungsanschreiben Ihr Interesse und wie sollte es aufgebaut sein?

Generell ist wichtig, im Anschreiben die eigenen Kenntnisse, Fähigkeiten und Stärken hervorzuheben, die den Bewerber für den jeweiligen Beruf auszeichnen. Es sollte erkennbar sein, warum gerade dieser Beruf erlernt werden möchte. Hierbei können z.   B. handwerkliche Hobbys oder bisherige Praktika-Erfahrungen helfen, uns zu überzeugen. Bewerber sollten stets authentisch bleiben, denn Übertreibungen oder Verstellen bringt nichts – schließlich will der Bewerber in diesem Beruf glücklich werden. Ein Anschreiben sollte kurz, prägnant und möglichst nicht länger als eine A4-Seite sein. Es sollte einen Einstieg mit persönlicher Anrede des Ansprechpartners für die Ausbildung geben, welche vorher im Unternehmen zu erfragen ist, und eine Erklärung der Motivation des Bewerbers  enthalten. Im Hauptteil sollte Bezug zur angestrebten Ausbildung und den Anforderungen hergestellt werden. Auch ein höflicher Abschluss mit einer Unterschrift darf nicht fehlen.

Nach welchen Kriterien analysieren Sie einen Lebenslauf?

Im Lebenslauf achten wir auf eine lückenlose und übersichtliche Darstellung. Auch mögen wir Lebensläufe, welche nicht nur geradlinig verlaufen. Dies zeigt, dass der Bewerber sich ausprobiert hat. Neben dem schulischen Werdegang interessieren wir uns auch für die Praktika, Hobbys, evtl. musikalischen Begabungen und Mitgliedschaften. Das zeigt, welche Interessen der Bewerber verfolgt und wo seine Neigungen liegen. Ziel des Lebenslaufs ist es, einen Überblick über die Erfahrungen, Qualifikationen und Interessen zu bekommen.

Welche Fragen sollte ein Bewerber im Vorstellungsgespräch beantworten können? Worauf sollte er achten? Wie sollte er sich vorbereiten?

Typische Fragen sind „Warum haben Sie sich für diesen Beruf entschieden? Haben Sie schon Vorerfahrungen in diesem Bereich? Was ist Ihr Lieblingsfach? Welches Fach mögen Sie weniger? Welche Praktika haben Sie gemacht? Was machen Sie in Ihrer Freizeit? Wie sind Sie auf unser Unternehmen aufmerksam geworden? Was möchten Sie nach Ihrer Ausbildung machen? Zur Vorbereitung gehört, sich über unser Unternehmen ausführlich zu informieren und sich Gedanken über den angestrebten Beruf zu machen. Hierbei hilft den Bewerbern, sich vorab eine Liste mit den Stärken aufzuschreiben und sich Feedback von den Eltern oder Freunden einzuholen. Und genauso hat der Bewerber bei einem Vorstellungsgespräch die Möglichkeit, noch mehr über das Unternehmen, seine Kultur und die Ausbildung zu erfahren. Dazu sollte sich der Bewerber bereits im Vorfeld über entsprechende Fragen Gedanken machen. Die Fragen geben nicht nur Aufschluss über die Motivation und den Anspruch eines Bewerbers, sondern auch darauf, wie intensiv er sich mit dem Job, dem Unternehmen und der jeweiligen Branche auseinandergesetzt hat. Zusätzlich wird das Vorstellungsgespräch zur Tischlerausbildung mit einem praktischen Eignungstest an der Hobelbank abgerundet. Hier sollte Ruhe bewahrt werden, damit genau und sorgfältig gearbeitet wird.

Foto: privat


Dirk Neßler, Direktor Personalmanagement der Ostsächsischen Sparkasse Dresden

Dirk NeßlerWorauf achten Personalentscheider der Ost­säch­si­schen Sparkasse Dresden bei der Suche nach dem richtigen Auszubildenden?

Wer sich für eine Ausbildung als Bankkaufmann/-frau interessiert, sollte sich bewusst machen, dass er es in diesem Beruf nicht nur mit Finanzthemen zu tun hat, sondern dass er auch in einer Dienstleistungsbranche arbeitet. Deshalb suchen wir motivierte und engagierte junge Leute, die Spaß am Umgang mit Menschen haben und Interesse an Bank- und Finanzthemen mitbringen. Schließlich zählt die Kundenberatung zur Kernaufgabe in unserem Beruf.

Welche formalen Kriterien sollte die Bewerbung um einen Ausbildungsplatz erfüllen?

Bei vielen Unternehmen kann man sich heutzutage online bewerben. Auch bei der Ostsächsischen Sparkasse Dresden führt der Weg zu einem Ausbildungsplatz übers Internet. Die Bewerbung erfolgt ausschließlich online über einen Link auf unserer Homepage. Grundsätzlich gelten dabei die gleichen Kriterien wie bei einer klassischen schriftlichen Bewerbung, also ein Bewerbungsanschreiben, Daten aus dem Lebenslauf, Zeugnis und ggf. Praktikumsnachweise. Diese Informationen werden im Bewerberportal eingetragen. Unser Tipp: Online-Bewerbungen sparen zwar Geld für Mappen und Porto, aber man sollte keinesfalls nachlässiger damit umgehen. Der Online-Bewerbung folgt in unserem Haus ein mehrstufiges Auswahlverfahren. Innerhalb einer Woche erhalten die Bewerber eine Antwort, ob sie die erste Hürde gemeistert haben. Im nächsten Schritt folgen ein Online-Test, ein Telefoninterview und zum Schluss ein persönliches Gespräch.

Wie weckt man im Bewerbungsanschreiben Ihr Interesse und wie sollte es aufgebaut sein?

Jeder junge Mensch hat einen bestimmten Berufswunsch im Kopf und dafür sucht er einen möglichen Ausbildungsplatz. Die Begründung dafür sollte man in seinem Bewerbungsschreiben mitliefern. Hier kann man punkten, wenn das Anschreiben individuell auf das Unternehmen zugeschnitten ist und nicht den Eindruck erweckt, nur die Adresse sei ausgetauscht. Das Anschreiben ist eine Art Visitenkarte, deshalb: Beschreiben Sie, warum Sie sich gerade bei der Ostsächsischen Sparkasse Dresden für eine Ausbildung bewerben, benennen Sie Ihre Stärken, Hobbys und Interessen.

Welche Fragen sollte ein Bewerber im Vorstellungsgespräch beantworten können? Worauf sollte er achten? Wie sollte er sich vorbereiten?

In der letzten Stufe unseres Bewerbungsverfahrens laden wir die Bewerber zu einem persönlichen Gespräch ein. Wir wollen ihn persönlich kennenlernen und auch das Interesse am Berufswunsch erkunden. Hier zählt neben den Noten natürlich der persönliche Eindruck. Einfluss darauf hat bereits, dass man pünktlich zum vereinbarten Termin erscheint. Darüber hinaus achten wir auf soziale Kompetenzen sowie ein gepflegtes Erscheinungsbild. Aber keine Angst, am besten ist es, Sie bleiben authentisch. Unsere Empfehlung: Nehmen Sie sich Zeit und bereiten Sie sich in Ruhe auf das Gespräch vor. Manch einem hilft es, die Situation vorher mit Freund, Freundin oder Eltern durchzusprechen. Bereiten Sie selbst Fragen vor – schließlich haben Sie die Gelegenheit, Ihre Wissenslücken zur Ausbildung direkt zu füllen.

Foto: privat


S. RichterSusan Richter, Personalreferentin und Leiterin der Lehrausbildung bei der Lange Uhren GmbH

Worauf achten Sie bei der Suche nach dem richtigen Auszubildenden und welche Grundfähigkeiten sollte er mitbringen?

Der Beruf des Uhrmachers ist vielseitig und anspruchsvoll. Denn ausgebildete Uhrmacher beherrschen zahlreiche Fertigkeiten rund um Zeitmesser. Ihr Können umfasst nicht nur die Montage und Reparatur im mikromechanischen Bereich, sondern auch die Anfertigung präziser Konstruktionszeichnungen sowie die Herstellung diverser Einzelteile aus unterschiedlichen Materialien. Dabei zählen in erster Linie handwerkliches Geschick und die Liebe zum Detail, aber auch die Fähigkeit, selbst die kleinsten Dinge mit anhaltender Konzentration und Ausdauer immer wieder neu zu betrachten. Wir freuen uns auf Bewerber, die einen guten bis sehr guten Abschluss der Oberschule oder des Gymnasiums vorweisen können. Besonderen Wert legen wir auf gute Leistungen in den naturwissenschaftlichen Fächern Mathematik und Physik. Neben den oben bereits genannten Eigenschaften sind uns Interesse an Uhren, technisches Verständnis, räumliches Vorstellungsvermögen, eine große Portion Sorgfalt sowie exaktes und sauberes Arbeiten wichtig.

Welche formalen Kriterien sollte die Bewerbung um einen Ausbildungsplatz erfüllen?

Hat man die zuständige Person bereits kennengelernt, z. B. bei einer Messe oder im Telefonat, sollte man sie im Bewerbungsschreiben direkt ansprechen. Gleiches gilt, wenn in einer Anzeige ein Ansprechpartner genannt wird. Gern kann man auch im Unternehmen anrufen und diesen erfragen. Lässt sich dieser trotz allem nicht ermitteln, ist die unpersönliche Anrede „Sehr geehrte Damen und Herren“ auch in Ordnung. Im Anschreiben sollte man seine Motivation zur Berufswahl gut darstellen. Unbedingt beiliegen sollten ein Lebenslauf, das letzte aktuelle Zeugnis, Praktika-Nachweise sowie Arbeitsproben oder gern Fotos von Bastelarbeiten. Die Bewerbungsmappe sollte sauber und ordentlich, alle Texte fehlerfrei sein. Am besten lässt man die Unterlagen von den Eltern oder Berufsorientierungslehrern prüfen. Vermeiden sollte man unbedingt alles, was auf fehlendes Interesse und Engagement schließen lässt – vom Eselsohr über mehrfach benutzte schmuddelige Umschläge bis hin zu Schreibfehlern. Was hingegen unbedingt sein muss: ein überzeugendes Anschreiben! Bewerber sollten möglichst kein standardisiertes Anschreiben aus dem Internet verwenden und alle aktuellen Unterlagen beilegen. Eine Bewerbungsmappe sollte unbedingt vollständig sein. Wir müssen beispielsweise oft nachhaken, weil wichtige Zeugnisse fehlen. Dadurch verzögert sich die Bearbeitung der Bewerbung unnötig.

Oft haben Jugendliche lustige Mail-Adressen wie z.B. pusteblume@web.de. Muss ich mir, um seriös zu erscheinen, eine neue Adresse mit meinem vollständigen Namen zulegen?

Das ist aus unserer Sicht nicht unbedingt nötig – wichtiger ist, dass die angegebene Kontaktadresse regelmäßig geprüft wird. Viele Bewerber geben eine Mailadresse an und schauen dann über einen längeren Zeitraum nicht in ihren Account. Damit kann man wichtige Informationen oder gar die Einladung zum Vorstellungsgespräch verpassen. Bei Anrufen während des Bewerbungsprozesses bitte am Telefon mit seinem vollständigen Namen melden.

Wie weckt ein Jugendlicher im Bewerbungsanschreiben Ihr Interesse?

Grundlegend für ein überzeugendes Anschreiben ist: Authentisch bleiben! Wir wollen die Person hinter der Bewerbung kennenlernen. Spätestens im Eignungstest merkt man, ob jemand im Bewerbungsschreiben geflunkert und falsche Angaben gemacht hat. Bewerber sollten ihre Stärken betonen, vor allem die, die zum gewählten Beruf passen, ohne den Eindruck zu erwecken, dass sie lediglich die in der Ausschreibung genannten Voraussetzungen aufzählen. Wichtig ist ebenso, Hobbys und bisherige Erfahrungen aufzuschreiben. Handwerkliche Hobbys können bei unserem Berufsbild ausschlaggebend sein, genauso wichtig wie die Schulnoten oder absolvierte Praktika und Ferienjobs. Gern können Bewerber Fotos von Bastelarbeiten mitsenden oder diese als Muster beilegen und sich somit von anderen Bewerbern abheben – solche Details werten die Bewerbung auf!

Wie kann ich mich auf ein Bewerbungsgespräch vorbereiten?

Zur Vorbereitung des Gespräches gehört es, sich über das Unternehmen zu informieren, z. B. auf dessen Homepage. Dabei entstehende Fragen bringt man am besten als Notizen auf einem Blatt Papier mit, dann können die Antworten gleich notiert werden. So zeigt der Bewerber echtes Interesse an Unternehmen und Beruf. Idealerweise üben Bewerber ihre Selbstpräsentation mit Eltern oder Freunden, dadurch können sie Sicherheit gewinnen. Bitte nichts auswendig lernen, sondern versuchen, natürlich zu bleiben. Zu viel Aufregung ist nicht nötig – auch auf Seiten des Unternehmens sitzen „normale Menschen“! Wir empfehlen, sich auf klassische Fragen vorzubereiten: „Warum wollen Sie Uhrmacher werden? Warum bewerben Sie sich in unserem Unternehmen um eine Ausbildung?“ Diese Fragen werden ganz sicher gestellt.
Der Klassiker ist die Frage nach Stärken und Schwächen des Bewerbers – wie gehen Sie mit ihren Schwächen um? Zu seinen Schwächen sollte man stehen und zugeben, diese erkannt zu haben. Wer die Schuld auf andere schiebt, z.  B. auf den Lehrer oder den Unterrichtsausfall, die für die Note 4 in Mathematik verantwortlich sind, macht sich unglaubwürdig. Wichtig ist, für sein Tun einzustehen. Bewerber können gern darstellen, was sie schon unternommen haben und noch tun werden, um Noten zu verbessern oder an Schwächen zu arbeiten. Gute Noten, die für den Wunschberuf relevant sind, kann man ruhig hervorheben. Ein zukünftiger Uhrmacher muss zum Beispiel kein Talent zum Singen haben, seine Noten in den naturwissenschaftlichen Fächern sind für uns viel interessanter.

Worauf sollte ich bezüglich meiner Kleidung und meines Benehmens unbedingt achten?

Wir legen sehr hohen Wert auf gute Umgangsformen. Also beispielsweise zur Begrüßung und Verabschiedung die Hand geben, sich mit vollständigem Namen vorstellen, offen und freundlich auftreten. Wichtig ist auch ein direkter Blickkontakt mit den Gesprächspartnern. Man sollte laut und deutlich und in ganzen Sätzen sprechen. Am besten überlegt man sich vor dem Termin, welche Kleidung zum Unternehmen und zum Beruf passen könnte. Unabhängig vom Stil sollte sie aber auf jeden Fall sauber und ordentlich sein.

Foto: privat


Simone BöhmSimone Böhm, Personalleiterin bei der AWEBA Werkzeugbau GmbH Aue

1.    Worauf achten Personalentscheider bei der Suche nach dem richtigen Auszubildenden?

Wir bilden vorrangig in technischen Berufen aus, da ist natürlich das technische Interesse und Verständnis dafür wichtig. Dazu schauen wir genau auf den Verlauf der Berufsorientierung, hat der Bewerber sich schon z. B. durch Praktika in dieser Richtung informiert und ausprobiert und wie wurde das Praktikum beurteilt? Im optimalen Falle haben wir uns im Praktikum schon selbst kennengelernt. Welche Hobbys hat der Bewerber? Dann sind auch die Noten in den Fächern Mathematik und Physik für uns wichtig. Außerdem schauen wir uns die Kopfnoten und die Beurteilung im Zeugnis an.

2. Wie sieht eine optimale Bewerbungsmappe aus?

Ob per Post oder online ist gleichgültig. Wichtig ist die Vollständigkeit, d. h. Anschreiben, Lebenslauf, Zeugnisse von Schule und Praktikum. Eine Bewerbungsmappe muss nicht exklusiv und teuer aussehen, ein fehlerfreier Inhalt ist wichtiger. Wir wollen uns schon aus der Bewerbung ein grobes Bild von unserem zukünftigen Auszubildenden machen können. Die Bewerbung vermittelt eben einen ersten Eindruck.

3. Wie weckt man im Bewerbungsanschreiben Ihr Interesse?

Keine Einheits- oder ellenlangen Texte. Kurz und knapp sollte formuliert sein, wofür die Bewerbung ist, warum dieser Berufswunsch besteht, welche Eigenschaften man besonders für den Beruf mitbringt. Mit eigenen Worten formulieren, das kommt ehrlich und authentisch herüber. Wir wollen keine Schriftsteller einstellen J.

4.    Nach welchen Kriterien analysieren Sie einen Lebenslauf?

Der Lebenslauf soll in erster Linie lückenlos und übersichtlich sein, damit alle Stationen gut nachvollzogen werden können. Auch familiärer Hintergrund, Hobbys, Aktivitäten in Vereinen oder Abschlüsse und Zertifikate, die schon erlangt worden sind, wie z.  B. im DRK, Sprachreisen o.  ä. Uns interessieren auch schulische Aktivitäten, hier z.   B. Klassensprecherfunktionen.

5.    Welche Fragen sollte ein Bewerber im Vorstellungsgespräch beantworten können?

Auch hier gilt vor allem, offen und ehrlich zu sein. Dass eine gewisse Aufregung vorhanden ist, finden wir ganz normal. Der Bewerber sollte noch wissen, was er uns in seiner Bewerbung mitgeteilt hat und zu Unklarheiten Auskünfte geben können. Dann natürlich Vorstellungen vom zukünftigen Beruf und unserem Unternehmen haben. Optimal sollten nicht nur die Standardsätze der Internetseite auswendig gelernt werden, sondern „eigene Recherche“ erkennbar sein. Was hat er schon im Praktikum kennengelernt und was hat ihm besonders gefallen oder auch nicht.  Eigene Stärken und Schwächen kennen und darstellen können. Wie wichtig schätzt er diese für den zukünftigen Beruf ein.  Wenn im Gespräch auch Fragen an uns gestellt werden, vermittelt dies eine intensive Auseinandersetzung mit dem Beruf und dem Unternehmen. Eine gute Vorbereitung auf uns ist uns wichtig, denn auch wir bereiten uns auf den Bewerber vor.

Foto: privat


Jens Kutschmann

Jens Kutschmann, Pflegedirektor im Sächsischen Krankenhaus Arnsdorf

1. Worauf achten Personalentscheider bei der Suche nach dem richtigen Auszubildenden?

Wir achten auf die Altersstruktur des Ausbildungskurses, berücksichtigen die strategische Bedarfseinschätzung und die Ausbildungsvoraussetzungen wie die Praktikumseinsätze der Bewerber. Ausbildungsinteressierte sollten offen, klar, reflektionsfähig und einfühlsam sein. Idealerweise haben unsere Bewerber bereits ein FSJ oder zumindest einige Wochen Praktikum in einer Pflegeeinrichtung oder einem Krankenhaus absolviert und haben in dieser Zeit Einblicke in den Pflegealltag erhalten. Der Bewerber weiß dann genau, worauf er sich mit einer Ausbildung in einem Pflegeberuf einlässt. Sind FSJ oder Praktikum gut verlaufen, kompensiert das schon mal eine nicht so gute Mathematikzensur.

2. Wie sieht eine optimale Bewerbungs­­­ma­ppe aus?

Wir bevorzugen die klassische Bewerbung. Dazu gehören ein Anschreiben, das nicht übertrieben wirken sollte, der Lebenslauf, Beurteilungen von Praktika und natürlich die Zeugnisse. Die Fähigkeit, versiert mit dem Computer umgehen zu können, ist für uns nicht entscheidend. Wir legen viel mehr Wert auf eine gut gestaltete Bewerbermappe, die aber nicht  exklusiv sein muss. Sie sollte zum Bewerber passen und erkennen lassen, dass sie oder er sich Mühe in der Zusammenstellung gegeben hat.

3. Wie weckt man im Bewerbungsanschreiben Ihr Interesse und wie sollte es aufgebaut sein?

Entscheidend für mich sind Ehrlichkeit und Authentizität. Das Bewerbungsanschreiben sollte kurz, knapp und prägnant sein. Es sollte glaubhaft daraus hervorgehen, wa­rum man diese Ausbildung anstrebt und warum der Berufswunsch besteht.

4. Nach welchen Kriterien analysieren Sie Lebensläufe?

Uns interessieren die Anzahl der vorherigen Ausbildungen oder Arbeitgeber, die schulischen Voraussetzungen, die erbrachten Praktika sowie eventuelle familiäre Erfahrungen oder Hintergründe. Gern bieten wir auch bereits berufserfahrenen Menschen eine neue berufliche Herausforderung.

5. Welche Fragen sollte ein Bewerber im Vorstellungsgespräch beantworten können?

Auf jeden Fall sollte sich der Bewerber über das Krankenhaus informiert haben. Ihn erwarten außerdem Fragen zu eventuellen biographischen Brüchen und zu seinen schulischen Leistungen. Provokant hinterfragt werden beispielsweise Piercings oder Tätowierungen. Dabei interessiert uns das Auftreten bzw. der Umgang mit / in Stresssituationen. Wir möchten von unseren Bewerbern etwas zur Motivation und Identifikation mit den kommenden Anforderungen erfahren und wissen, inwieweit sie belastbar sind.

Foto: Sächsisches Krankenhaus Arnsdorf


Ronny Krahnefeld ist Abteilungsleiter Personalmanagement in der enviaM-Gruppe

Personaler1. Worauf achten Personalentscheider bei der Suche nach dem richtigen Auszubildenden?

Die Begeisterung für den Beruf steht für uns an erster Stelle. Besonders wichtig für uns ist es, dass der Bewerber ein starkes Interesse für das Berufsbild und die dafür benötigten Fähigkeiten mitbringt. Jemand, der sich als Elektroniker/ in für Betriebstechnik bewirbt, sollte auch technisches Interesse vorweisen können. Dies erkennt man zum Beispiel an den entsprechenden Hobbys. Außerdem spielt es für uns eine große Rolle, ob sich der Bewerber mit dem Berufsbild beschäftigt hat, zum Beispiel durch ein Praktikum oder auch durch Maßnahmen der Berufsorientierung.

2. Wie sieht eine optimale Bewerbungsmappe aus?

Ein großer Teil der Bewerbungen geht bei uns mittlerweile online ein. Wir nehmen gern aber auch Papierbewerbungen an. Bei Bewerbungen ist es generell wichtig, dass sie zum einen vollständig sind und zum anderen die Kenntnisse und Fähigkeiten hervorheben, die den Kandidaten für den Ausbildungsberuf auszeichnen. Die Bewerbung sollte neben Anschreiben und Lebenslauf, relevante Schul- und Praktikumszeugnisse enthalten.

3. Wie weckt man im Bewerbungsanschreiben Ihr Interesse und wie sollte es aufgebaut sein?

Das Anschreiben sollte beantworten, warum man den Beruf erlernen möchte und was man dafür mitbringt. Der Kandidat hat hier die Möglichkeit, die Eigenschaften hervorzuheben, die ihn besonders für den Beruf auszeichnen. Ein Anschreiben sollte nicht zu lang sein, sondern kurz und knapp auf maximal einer Seite überzeugen.

4. Nach welchen Kriterien analysieren Sie einen Lebenslauf?

Der Lebenslauf zeigt uns, welche Stationen der Bewerber bislang durchlaufen hat. Dabei ist uns wichtig, dass diese Stationen lückenlos dargestellt sind. Wir interessieren uns aber nicht nur für den schulischen Werdegang, sondern auch für geleistete Praktika und Hobbys wie Mitgliedschaften in Vereinen, Instrumente, die erlernt werden oder andere außerschulische Aktivitäten. Sie zeigen uns, welche Interessen der Kandidat verfolgt und wo seine Neigungen liegen.

5. Welche Fragen sollte ein Bewerber im Vorstellungsgespräch beantworten können?

Ein Bewerbungsgespräch gibt dem Unternehmen natürlich einen direkten Eindruck vom Kandidaten. Es ist also wichtig, sich gut vorzubereiten. Dabei sollte man sich über das Unternehmen ausführlich informieren und sich Gedanken über den angestrebten Beruf und die eigenen Kompetenzen machen. Es hilft durchaus, in der Vorbereitung eine Liste mit den eigenen Stärken und Entwicklungsfeldern zu machen und sich Feedback von den Eltern oder Freunden einzuholen. Das Vorstellungsgespräch ist aber nicht nur eine Gelegenheit, den Bewerber kennenzulernen, sondern der Kandidat hat hier die Möglichkeit, etwas über das Unternehmen und die Ausbildung zu erfahren. Ich kann nur jedem Bewerber ans Herz legen, diese Chance zu nutzen und sich im Vorfeld darüber Gedanken zu machen und natürlich aktiv zu fragen.

Foto: enviaM

  • Herausgeber:
    Initial Werbung & Verlag | Arndtstraße 9, 01099 Dresden | Tel.: 03 51 - 88 94 34 58 oder 60 | Fax: 03 51 - 88 94 34 59 | post@initial-verlag.de

Anzeigen