Vorstellungsgespräch

Was spricht für Dich? – Tipps zum Vorstellungsgespräch

Das erste Vorstellungsgespräch löst Hektik aus wie die erste Party: Aufhübschen, Aufdressen, Angst abschütteln und sich ein paar Ziele setzen. Motto für die erste Party: Ich darf mich nicht blamieren. Vorsatz für das erste Interview: Alles wird gut. Damit es gut läuft, mach Dir klar: Das Vorstellungsgespräch dient nicht dazu, um sich über eine Ausbildung zu informieren. Es ist auch nicht dafür da, um sich gegenseitig kennen zu lernen. Es ist aus der Sicht des Ausbilders ein regelgeleitetes Auswahlverfahren. Das Ergebnis ist abzählbar. Am Ende gibt es Zusagen und Absagen. Für Dich ist jedes Interview eine echte Aufgabe. Du gehst diese Prüfung ebenfalls vorbereitet und nicht spontan an. Deine Zielvorgabe: Erreiche, dass man Dir ein Ausbildungsangebot macht oder dass man Dich wenigstens in eine zweite Runde einlädt.
Stell Dich darauf ein, dass du die volle Gesprächszeit durchstehen wirst. Sag Deinen Leuten, den Lieben zu Hause und allen, die es hören wollen, dass Du ein anstehendes Vorstellungsgespräch wirklich nur als Übung zum Aufwärmen ansiehst. Geh aber definitiv in keine Vorstellungsrunde, nur um das Auswahlverfahren zu trainieren. Trainieren wirst Du das allein, mit einem Übungspartner, vielleicht in der Klasse oder in einem Workshop. Ein Interview ist kein Training. Es ist immer schon das entscheidende Spiel. Wenn Du vorher bereits annimmst, diese Ausbildung oder dieser bestimmte Betrieb kommen für Dich nicht in Frage, dann sei fair, sag das Gespräch ab oder geh gut vorbereitet in die erste Runde, um den Ausbilder dennoch von Dir zu überzeugen. Jedes Interview ist der Ernstfall. Jedes verpatzte Gespräch wirft Dich zurück, wenn Du es nicht hinterher auswertest. Jedes gute Gespräch bringt Dich weiter, sofern Du es im Nachhinein noch einmal durchgehst und daraus für Deinen nächsten Bewerberauftritt lernst. Die Einladung zum Vorstellungsgespräch oder zu einem Auswahltest erhältst Du, weil Deine schriftliche Bewerbung gut angekommen ist. Manchmal darfst Du vorbeikommen, weil jemand ein gutes Wort für Dich eingelegt hat. Du gehörst zur fixen Truppe und Du bist ein Vorbild für andere, wenn Du selbst persönlich oder telefonisch den Kontakt herstellst und eine Einladung erreichst.
Du hast einen Gesprächstermin erhalten. Damit hast Du die erste Sichtung überstanden. Du kommst ins Gespräch, doch die eigentliche Prüfung steht Dir noch bevor. Das hast Du noch vor Deinem Interviewtag zu tun, um auch wirklich im Gespräch zu bleiben:

  • Informier Dich über den Ausbildungsbetrieb, über das Auswahlverfahren und wenn möglich auch über Deine Gesprächspartner.
  • Mach Dich mit den Inhalten und Zielen der Ausbildung, mit den einzelnen Ausbildungsabschnitten und mit den Anforderungen vertraut.
  • Vertief Dich in Deinen eigenen Lebenslauf und lerne, über die wichtigen Etappen, die Ereignisse und Einschnitte, über alle die besonderen Leistungen, Erfahrungen und Vorkommnisse informativ und anregend zu sprechen.
  • Trag zusammen, was andere Leute an positiven Urteilen über Deine Persönlichkeit und Deine Stärken abgegeben haben. Notiere Deine besonderen Qualitäten und schreib dazu, wann und unter welchen Umständen Du sie schon gezeigt hast.
  • Stelle Beispiele aus Deinem Leben zusammen, die belegen, dass Du zuverlässig bist, dass Du Ziele erreichst, dass Du vertrauenswürdig bist, dass Du Dich in Teams gut einfügst und dass Du – wie man im Geschäftsleben sagt – nach Treu und Glauben handelst.
  • Notiere drei, vier Hauptpunkte, die man sich von Dir merken soll, und überleg Dir, bei welchen Gesprächsthemen und Ausbilderfragen Du Deine Botschaft geschickt anbringen kannst.
  • Sammle Deine eigenen Fragen in einem Dokument und drucke Dir die Fragensammlung vor dem Gespräch aus.
  • Wie auf der ersten Party merkst Du, dass man Erfolg hat, wenn man freundlich ist, aufmerksam zuhört, Interesse nicht nur heuchelt und wenn man nicht angibt, blödelt oder besserwisserisch auftritt. Viel Glück!

Gerhard Winkler, September 2009

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