Projekt Praxisberatung an Schulen

Ziel der Potenzialanalyse, während des außerschulischen Angebotes Praxisberatung an Schulen, ist es, herauszufinden, welche Stärken, Talente, Interessen, unentdeckte Qualitäten besitze ich eigentlich? Was kann ich richtig gut? Und weiter: Welcher Typ bin ich? Team- oder eher Einzelkämpfer, Global- oder Local-Player, Frühaufsteher oder Nachtmensch, Problemlöser, Tüftler, Anpacker, Kümmerer …mehr

Coole Sache, cooler Typ

Steffen Henze ist Praxisberater und macht die Schüler*innen der Klassenstufen 7 und 8 der 121. Oberschule in Dresden fit für die berufliche Zukunft

Stella überlegt angestrengt, doch dann hat sie es (fast): „Wenn ich älter bin, möchte ich, hm, keine Ahnung, irgendetwas mit Kochen oder mit Kindern werden.“ Leon braucht nicht lange nachzudenken: „Ich möchte, wenn ich groß bin, entweder Immobilienmakler oder Programmierer werden“, platzt es stolz aus ihm heraus. Auch Soraiya ist sich sicher: „Ich möchte gern Anwältin oder etwas ähnliches werden.“ Stanlay wiegt den Kopf: „Schwierig, ich weiß es noch nicht.“ Genau so geht es Lilly und Hidayah, beide haben noch keinen Plan. Müssen sie auch nicht!

Denn A: Sie haben noch ausreichend Zeit für ihre Entscheidung. Und B: Ziel der Potenzialanalyse, während des außerschulischen Angebotes Praxisberatung an Schulen, die sie gerade absolvieren, ist es, herauszufinden, welche Stärken, Talente, Interessen, unentdeckte Qualitäten besitze ich? Was kann ich richtig gut? Und weiter: Welcher Typ bin ich? Team- oder eher Einzelkämpfer, Global- oder Local-Player, Frühaufsteher oder Nachtmensch, Problemlöser, Tüftler, Anpacker, Kümmerer, Weiter- und/oder Mitdenker, Technikfreak, Weltretter, Organisationstalent, Stimmungskanone, Grüner-Daumen- oder eher Helfergen-Besitzer, …?
Die Erkenntnisse aus der Potenzialanalyse erleichtern ihnen das Herausfiltern der passenden Berufsfelder für die sich anschließenden Praktika, die in Klasse 8 und 9 folgen, die Berufsorientierung und schlussendlich die optimale Berufswahl.

Bei diesem Prozess steht ihnen Praxisberater Steffen Henze zur Seite, der Zerspanungsmechaniker gelernt hat, dann als Ausbilder tätig war, bevor er sich dieser neuen beruflichen Herausforderung stellte. Für die bringt er den perfekten Background mit, denn er weiß, wovon er spricht, hat jede Menge Erfahrung, Spaß an seiner Arbeit und kann supergut mit Jugendlichen. Schnell hat er einen guten Draht, ein vertrauensvolles Verhältnis zu den Schülern aufgebaut. Er ist Kümmerer, Anpacker, Organisationstalent – ein richtig cooler Typ.


Die Potenzialanalyse – entdecke Deine Stärken

Tag 1 der Potenzialanalyse in Klasse 7b und der Gruppe mit Stella, Hidayah, Lilly, Soraiya, Stanlay und Leon. Sie sitzen an Tischen in der Bibliothek der Schule. Vor jedem von ihnen steht eine Kiste mit duftenden, einzeln verpackten Kräutersorten und verschiedenen Utensilien. Sie sind nicht nur gespannt, was es damit auf sich hat, welche Herausforderung die Aufgabe 2 (von insgesamt 6 während der Potenzialanalyse) bereithält, sondern auch darauf, herauszufinden, wo ihre Stärken liegen. Die Aufgabenstellung, die ihnen Herr Henze nun ausgedruckt ausgehändigt, lautet: Stellt Kräutersalz her. Kräutersalz? Ja, Kräutersalz – das sich hervorragend zum Würzen vieler Gerichte eignet und hübsch verpackt und dekoriert ein perfektes Weihnachtsgeschenk abgibt. So, und nun tickt die Uhr. Sie haben fünf Minuten Zeit, um die Arbeitsanleitung zu lesen und Fragen zu stellen. Während der sich anschließenden 40 Minuten beantwortet Herr Henze keine Frage mehr, die der Lösung der Aufgabe dienlich wäre. Aber, es gibt ja eine ausführliche Anleitung.

Alle sechs machen sich also mit Eifer und Geschick an die Arbeit. Sie schnuppern in alle Kräuterdosen und suchen sich die drei, vier, fünf Kräuter heraus, die ihnen am meisten zusagen, füllen diese vorsichtig und mit viel Fingerspitzengefühl in eine Schüssel und wiegen sie ab. Es dürfen insgesamt nicht mehr als 10 Gramm sein. Dazu kommen 80 Gramm Meersalz. Nun gilt es, alles mit einem Mörser schön klein zu mahlen, danach in ein Tütchen zu füllen und mit einem Etikett zu versehen, auf dem sie alle Zutaten vermerkt haben. Lilly im Anschluss: „Das war echt anstrengend, mit dem Mörser die getrockneten Kräuter und das Salz zu zerkleinern. Aber wir haben es geschafft und nun dürfen wir das Kräutersalz mit nach Hause nehmen.“ Glück und Stolz über das gelungene Ergebnis schwingen in ihrer Stimme mit. Herr Henze und ein Praxisberaterkollege haben die Sechs während ihres Tuns beobachtet und sich von jedem ein Bild gemacht. Auch an Feedback von ihnen ist er interessiert und an einer ersten Selbsteinschätzung. Er ist stolz auf seine Gruppe und voll des Lobes: „Ich merke, dass sich viele Talente herauskristallisieren. Anfängliche Skepsis und Unsicherheit haben sich schnell in Luft aufgelöst. Schon nach der ersten Aufgabe, das war das Basteln einer Zettelbox aus einem Blatt DIN A3-Papier, haben sich alle auf die nächsten Aufgaben gefreut.“ Eine davon ist Turmbau: Hier stapeln die Schüler*innen gemeinsam einen Turm mit Stäbchen auf die Öffnung einer Flasche. Jeder darf pro Runde max. drei Stäbchen legen, alle drei am Stück oder nacheinander. Erlaubt ist, das Stäbchen des Vorgängers, so er es schief aufgelegt hat, zu korrigieren. Dann darf man aber selbst nur noch zwei legen. Ziel ist es, alle Stäbchen zu verbauen und am Schluss zwei Stäbchen wieder herauszuziehen, ohne dass der Turm auseinanderfällt. Das verlangt ganz schön viel Geschick, eine ruhige Hand, starke Nerven und Teamarbeit. Genau wie bei der Aufgabe Auto: Aus einem Milchkarton, Pappe, Gummiringen, Knete, Schaschlikspießen und anderem Bastelmaterial soll ein Auto gebaut werden, das rollen kann. Uih, klingt anspruchsvoll – wurde aber innerhalb der Frist von allen – ja, auch von den Mädchen – mit Bravour gemeistert.
Die anderen beiden Aufgaben, denen sich die Sechs, einzeln oder im Team mit ganz viel Spaß stellten, heißen Werbeplakat und Zeltlager.

Was es damit auf sich hat? Tja, sei gespannt, in Klasse 7 hast Du die Möglichkeit, es herauszufinden. Nutze also die Chance, Deine Stärken und Talente zu entdecken und berücksichtige sie dann bei der Berufswahl.

Text: Steffi Mrosek, Fotos: Steffen Henze

Erstellt am 15. Dezember 2021 Drucken
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