Erstsemester aufgepasst!

Du hast Dich für dein Traum-Studienfach an einer Uni eingeschrieben und freust Dich riesig auf den neuen Lebensabschnitt. Gleichzeitig bist Du aber auch ein bisschen aufgeregt. Denn Du kennst noch keinen, alles ist neu und fremd.
Keine Sorge: Nach wenigen Wochen hast Du Dich eingelebt. Wir helfen Dir dabei! Wir assistieren Dir beim Bau des ersten Uni-Stundenplans.mehr

Erstsemester aufgepasst!

Step by step zum perfekten Stundenplan

Katarina Stein

Du hast Dich für dein Traumstudienfach an einer Uni eingeschrieben und freust Dich riesig auf den neuen Lebensabschnitt. Gleichzeitig bist Du aber auch ein bisschen aufgeregt. Denn Du kennst noch keinen, alles ist neu und fremd.
Keine Sorge: Nach wenigen Wochen hast Du Dich eingelebt. Wir helfen Dir dabei!
Wir assistieren Dir beim Bau Deines ersten Uni-Stundenplans.

Dazu haben wir uns kompetente Hilfe ins Boot geholt: Katarina Stein. Sie ist seit vielen Jahren Studienberaterin an der TU Dresden. Momentan berät sie Studieninteressierte und Studierende vornehmlich im Lehramt. Sie ist Philosophin und hat zwei erwachsene Kinder, die ihre Studien- und Berufswahl bereits getroffen haben. Sie erklärt Dir Schritt für Schritt, wie‘s geht.


Was unterscheidet denn einen Stundenplan, wie ich ihn aus der Schule kenne, von dem, den ich mir im Hochschulstudium baue?
Der größte Unterschied ist vielleicht erst einmal der, dass bei uns die Lehrveranstaltungen Doppelstunden sind, also 90 Minuten dauern. Dann gibt es 20 Minuten Pause, weil man meist in einen anderen Hörsaal oder ein anderes Gebäude gehen muss.

Welche Herausforderungen gilt es beim Erstellen eines Stundenplanes und ganz allgemein beim Studium zu meistern?
Am Anfang machen einige Erstsemester den Fehler, sich den eigenen Stundenplan zu voll zu packen. Man darf jedoch die Zeiten für Selbststudium, für die Vor- und Nachbereitung von Lehrveranstaltungen oder die Zeiten für Vorbereitung eines Referates nicht vergessen. Eine gute Grundlage ist die Studienordnung für den jeweiligen Studiengang oder das Studienfach. Ich sage gern „dort steht das Kleingedruckte“.
Ganz wichtig ist mir, darauf hinzuweisen, dass man an der Uni niemanden hat, der fragt, ob man Hausaufgaben gemacht hat oder warum man nicht zum Unterricht erschienen ist. Es kontrolliert keiner – doch schlussendlich muss man die Prüfung bestehen. Und dazu ist es wichtig, dass man die Vorlesungen und Seminare besucht hat und das selbstständig nachliest, was die Lehrenden empfehlen. Eine der größten Herausforderungen ist aus meiner Sicht, dass man sich selbst organisieren und sich selbst viel erarbeiten muss – auch ohne, dass man dazu aufgefordert wird. Eigenverantwortung und Selbstorganisation sind gefragt. Man muss sich selbst dazu motivieren, hinzugehen und zu lernen.

Wo erfahre ich, welche Leistungsnachweise ich in welchem Semester erbringen und welche Veranstaltungen ich besuchen muss?
Die Studienordnung ist die Grundlage für die Gestaltung des Studiums. Sie regelt nicht nur besondere Zugangsvoraussetzungen, Inhalt und Aufbau des Studiums. Sie enthält zudem die Modulbeschreibungen und den Studienablaufplan. Im Anhang einer Studienordnung findet man die Modulbeschreibung und einen Studienablaufplan. (s. auch die Frage darunter!) Im Studienablaufplan sind alle Module aufgelistet und in die Semester geordnet. Man erkennt, ob man Vorlesungen, Seminare, Tutorien oder Praktika hat und ob Prüfungsleistungen zu erbringen sind. In der Modulbeschreibung wiederum kann man nachlesen, was der Inhalt des Moduls ist, ob es ggf. auf ein anderes Modul aufbaut, wie das Modul jeweils abgeschlossen wird (mündliche oder schriftliche Prüfung, Hausarbeit etc.) und wie der Arbeitsaufwand ist. Ist eine Prüfung erfolgreich bestanden, bekommt man Leistungspunkte. Anders als in der Schule sagen diese Leistungspunkte (credit points) etwas über den Arbeitsaufwand aus, der nötig war, um eine (durchschnittliche) Leistung zu erbringen. Außerdem wird damit auch der Studienfortschritt dokumentiert. Daneben gibt es natürlich auch Noten, die etwas über die Qualität der Leistung aussagen.

Welche Tipps haben Sie für eine optimale zeitliche Planung der Veranstaltungen? Es gilt ja nicht nur, den Besuch der Veranstaltungen zu koordinieren, sondern auch Zeit für Referate, Klausuren, Hausarbeiten usw. einzuplanen.
Das übliche Maß sind 10-13 Doppelstunden pro Woche, die man an der Uni in Vorlesungen, Seminaren usw. verbringt. Etwa noch einmal so viel Zeit müssten für Vor- und Nachbereitung von Lehrveranstaltungen, Selbststudium oder Prüfungsvorbereitung eingeplant werden. Mitunter sind auch Protokolle von Laborversuchen anzufertigen oder Aufgaben nachzurechnen. Wer „richtig“ studiert, hat auf jeden Fall einen Full-Time-Job mit etwa 40 Stunden pro Woche.

Wie finde ich heraus, wie viele Semesterwochenstunden ich absolvieren muss?
10 bis 13 Doppelstunden Lehrveranstaltungen pro Woche sind das übliche Maß.
Semesterwochenstunden: Eine Lehrveranstaltung von 90 Minuten (2 x 45 min), die über das gesamte Semester (15 Wochen) geht, das sind 2 Semesterwochenstunden.

Was empfehlen Sie Erstsemestern hinsichtlich des Stundenplans?
Den Stundenplan und detaillierte Infos erhalten die meisten unserer Erstsemester in der Einführungsveranstaltung, auch ESE genannt zu Studienbeginn und auf der Website des jeweiligen Fachbereichs.
Haben die Erstsemester Wahlmöglichkeiten oder müssen sie (insbesondere bei Mehrfachstudiengängen wie im Lehramt) individueller planen, dann entnehmen sie der Studienordnung, was sie absolvieren müssen und dem kommentierten Vorlesungsverzeichnis, was davon im jeweiligen Semester angeboten wird.

Wo finde ich das Vorlesungsverzeichnis und nach welchen Kriterien suche ich mir dort meine Veranstaltungen heraus?
In manchen Fakultäten werden die Lehrveranstaltungen auf der Webseite veröffentlicht (z .B. in den Wirtschaftswissenschaften). Andere Bereiche geben kommentierte Vorlesungsverzeichnisse heraus, die auch auf der jeweiligen Webseite veröffentlicht werden. Man kann sich das natürlich allein heraussuchen, in der Regel gibt es aber in den Einführungsveranstaltungen (ESE) von den älteren Studierenden ganz viel Unterstützung dazu.

Was tun, wenn sich Veranstaltungen überschneiden?
So etwas kommt in der Regel nur in den Mehrfachstudiengängen vor, also im Lehramt oder den geistes- und sprachwissenschaftlichen Studiengängen und Studienfächern. Es lässt nicht immer vermeiden. Da man aber in einem Mehrfachstudiengang mehrere Fächer belegt, kann man evtl. flexibel reagieren und eine andere Lehrveranstaltung (die für spätere Semester angeboten wird und keine Vorkenntnisse braucht) vorziehen, die zu einer passenderen Zeit angeboten wird.

Wie schreibe ich mich für Lehrveranstaltungen ein?
Das wird unterschiedlich gehandhabt. Das für den Studiengang entsprechende Online-Portal wird in der Einführungsveranstaltung zu Studienbeginn vorgestellt. Bei (Präsenz-)Vorlesungen muss man sich in der Regel nicht einschreiben, es sei denn, es gibt spezielle Materialien (z. B. bei virtuellen Vorlesungen), die man nur herunterladen kann, wenn man sich eingeschrieben hat. Seminare werden mitunter mehrfach angeboten und man sucht sich eine passende Zeit heraus. Ist das gewünschte Seminar voll, muss man auch mal auf eine andere (ungeliebte) Zeit ausweichen oder im schlimmsten Fall das Seminar ein Semester später belegen.
Die Lernplattform, auf der man die Lehrveranstaltungen findet und auch Lehrmaterialien (Skripte z. B.) heißt in Sachsen OPAL (Online-Plattform für akademisches Lehren und Lernen).

Und dann gilt es, einen Stundenplan zu entwerfen und Details zu den Veranstaltungen zu notieren.
Wie geht man vor? Was gehört dazu? Was muss ich berücksichtigen?
Man sucht sich die Vorlesungen und Übungen heraus, klickt sie an und druckt sich ggf. den eigenen Stundenplan aus oder speichert ihn an geeigneter Stelle.
Zuerst trägt man die Vorlesungen ein, die einen festen Termin haben. Daneben legt man sich die Liste mit den Übungen und schaut, wann man sie gut einpassen kann, damit man noch Zeit findet für Hobbies oder Sport (und nicht um sechs aufstehen muss).
10 bis 13 Doppelstunden Lehrveranstaltungen pro Woche sind das übliche Maß. Die übrige Zeit wird für das Selbststudium oder die Vorbereitung und Nachbereitung gebraucht.

Haben Sie weitere Tipps für Erstsemester?
Mein Tipp: Keine Panik. Besuchen Sie die Einführungsveranstaltungen, fragen Sie die Fachschaften oder Ihre Studienfachberater/-innen, Ihre Dozent/-innen oder uns, die Zentrale Studienberatung und das Servicecenter Studium. Sie werden nicht allein gelassen zum Studienstart. Und: Sie sind auch nicht allein. Mit Ihnen beginnen etwa 7.000 andere Erstsemester mit dem Studium und alle haben 1.000 Fragen. Die Fachbereiche und wir sind darauf eingerichtet. Nach zwei-drei Wochen ist die Aufregung vorbei und Sie können sich auf das Studium konzentrieren. 🙂


Häufig verwendete Abkürzungen im Vorlesungsverzeichnis:

SWS = Semesterwochenstunden:
Wenn eine Vorlesung als Doppelstunde (2 x 45 min. = 90 min.) ein ganzes Semester lang jede Woche gehalten wird, dann sind das 2 Semesterwochenstunden
V = Vorlesung
S = Seminar
T = Tutorium
Ü = Übung
K = Kolloquium
SK = Sprachkurs
E = Exkursion
Pr = Praktikum
Pj = Projekt
PL = Prüfungsleistung
PVL = Prüfungsvorleistung
LP = Leistungspunkt(e)

Beispiele von Webseiten:

Sozialpädagogik: Studienablaufplan aus S. 22
https://tu-dresden.de/gsw/ew/studium/pruefungsamt/studiengaenge/bachelor-studiengang-sozialpaedagogik-sozialarbeit

Informatik:
https://tu-dresden.de/ing/informatik/studium/studienangebot/diplom-studiengaenge/diplom-informatik

Wirtschaftswissenschaften:
Studienablaufpläne der Studiengänge sind jeweils im Anhang der entsprechenden Studienordnung:
Hier das Beispiel Wirtschaftswissenschaften (Bachelor):
https://tu-dresden.de/bu/wirtschaft/studium/studienangebot/bachelorstudiengaenge/bachelor-wirtschaftswissenschaften/ordnungen-und-formulare
Stundenpläne: https://tu-dresden.de/bu/wirtschaft/studium/courses/stundenplaene#section-1

Slider-Fotos: Pixabay

Erstellt am 11. Juni 2021 Drucken
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