Studieren ohne Abi?

Können Mittelschüler an einer Universität studieren?

Dr. Hellmut Leuterer, Studienfachberater an der Fakultät Elektrotechnik der TU Dresden:

Ein Mittelschulabschluss allein genügt nicht, um an einer Universität studieren zu können. Notwendig sind eine abgeschlossene Berufsausbildung und das Bestehen einer spezifischen Zugangsprüfung an der jeweiligen Universität. Wir empfehlen aber Jugendlichen mit einem mittleren Bildungsabschluss, die an einer Universität studieren möchten, die allgemeine Hochschulreife nachzuholen, vorzugsweise mit einer zum Studienwunsch passenden Berufsausbildung, z.B. an einem Beruflichen Gymnasium. An der Fakultät Elektrotechnik und Informationstechnik der Technischen Universität Dresden haben wir bisher gute Erfahrungen mit Studierenden gemacht, die die allgemeine Hochschulreife an einem Beruflichen Gymnasium erworben haben. Auf Grund der Profilfächer – z.B. Technik – haben Absolventen eines Beruflichen Gymnasiums in der Anfangsphase des Studiums oft sogar einen Vorteil, weil sie einen Wissensvorsprung haben. Oft wissen Absolventen Beruflicher Gymnasium außerdem besser, welche Inhalte sie beim Studium erwarten, als Absolventen von Gymnasien ohne berufsbezogene Fächer. Auch aus diesem Grund sind viele von ihnen motiviert und dadurch erfolgreich beim Studium.

September 2011

 

 

Fachhochschul- oder Hochschulabschluss? Welcher Akademiker hat die besseren Karrierechancen?

Peter Feine, Leiter Fachkräfte Impro e.V. für Duale Ausbildung/Arbeitgeberseite:

DIE exakte Antwort gibt es auch hier nicht, leider. Aus meiner Sicht erhalten die Fachhochschulstudenten eine stärker anwendungsbezogene Ausbildung. Das bevorzugen unsere vergleichsweise „kleineren“ Unternehmen, da wir Technologien anwenden und in effiziente Prozesse umsetzen. Wir achten daher auf z. B. Fachrichtung, Spezialisierung und Praxisbezug eines Bewerbers. Hochschulabsolventen haben wiederum Stärken bei wissenschaftlichen Problemlösungen und im Innovationsbereich. Absolventen sollten daher die eigenen Stärken und Ziele, Praxis oder Wissenschaft, zum Maßstab der Studienwahl und Wunschkarriere machen. Oft sind die Arbeitsaufgaben in kleineren Firmen vielfältiger und eine Karriere schneller zu starten. Anhaltspunkte bieten das Produktionsprogramm, die Kunden- bzw. Marktanforderungen, sprich der Bedarf bzw. das Karrierepotential des Arbeitgebers. Bleibt zu ergänzen: Ohne Fleiß kein Preis. Fachhochschule und Hochschule sind beide anspruchsvoll und gefragt. Für beide gilt: Ohne Leistung (und ein bisschen Glück) keine Karriere.

September 2011

 

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