Freiwilligendienst / Überbrückungsjahr

Ziemlich nützlich

Freiwilligendienst

Schulabgänger trödeln nicht. Deshalb zünden die meisten umgehend die nächste Ausbildungsstufe ihrer Karriere-Rakete. Verzögerungen sorgen regelmäßig für Unmut. Wer nicht auf Anhieb im Wunschstudium landet, der versucht es auf dem Klageweg oder überbrückt.
Der Zwang zur Eile und zur Konformität führt zu Lebensläufen, die ziemlich gleich aussehen. Im dichtgepackten Ausbildungsprogramm von heute hat man auch kaum Zeit, um seine Team- und Sozialfähigkeit, seinen kulturellen Horizont, seine Sprachkenntnisse, seinen Entdeckergeist oder sein Interesse für Natur, Gesellschaft und Politik zu pflegen.

Fokus auf Freiwilligkeit

Die Besten und die Cleveren unter den Berufseinsteigern verfolgen eine besondere Strategie. Sie listen in ihrem Werdegang immer ein wenig mehr an belastbaren Daten auf. Sie reichern den Lebenslauf substantiell an. Dazu verwenden sie sechs Monate oder ein Jahr auf Aktivitäten, die selbst gewählt sind, etwas bringen und zugleich Spaß machen.
Der Fokus liegt dabei auf der Freiwilligkeit. Schon im Namen verweisen der Bundesfreiwilligendienst (BFD), das freiwillige soziale Jahr (FSJ), das freiwillige ökologische Jahr (FÖJ), der internationale Jugendfreiwilligendienst (IJFD) und der entwicklungspolitische Freiwilligendienst auf diesen Aspekt.

BFD, FSJ, FÖJ, IJFD

Auf die Qualität der Dienste sowie auf eine gute Unterstützung und Betreuung kann man bauen, wenn man sich für den BFD, ein FSJ, ein FÖJ oder für den IJFD entscheidet. Man hat Ansprechpartner, man belegt Weiterbildungsveranstaltungen und man erhält eine Vergütung (bis 330 Euro). Der BFD als Fortsetzung des Zivildienstes ist ohne Altersgrenze, dauert 6 bis 18 Monate und wird von den Zentralstellen des Bundes getragen.

Work and Travel

Die Work & Travel-Angebote richten sich an junge Leute, die in einem attraktiven Land wie z.B. Irland oder Australien von Job zu Job reisen und sich dabei in die Kultur und Sprache einleben. Au-pair ist der traditionelle und beliebte Weg, sich in die Familie eines Gastlands zu integrieren, Aufgaben in der Kinderbetreuung zu übernehmen und die Sprachkenntnisse über Trainings zu perfektionieren. Auch ein betriebliches Praktikum, z.B. vor der Aufnahme eines technischen Studiums, ist eine freiwillige Leistung.

FSJ

Das freiwillige soziale Jahr kann man überall dort ableisten, wo Menschen gebraucht werden, die beherzt zupacken und organisieren: In praktisch allen Einrichtungen des Gesundheitswesens, in Sozialdiensten, in Stätten und Einrichtungen für Behinderte oder zur Pflege von Sport, Bildung und Religion sowie in Schulen, Archiven, Medienanstalten, Kulturbetrieben und natürlich auch bei der Feuerwehr. Im sportlichen Bereich kann man beispielsweise Veranstaltungen mitorganisieren, Kinder und Jugendliche betreuen und die Arbeit von Vereinen und Verbänden unterstützen. Das FSJ hat sogar spannende Aufgaben im Ausland zu vergeben.

IJFD

Der internationale Freiwilligendienst „kulturweit“ wird von der deutschen UNESCO-Kommission betreut. Als Helfer von deutschen Kultur- und Bildungseinrichtungen in Entwicklungsländern oder in Mittel- und Osteuropa trägt man dazu bei, die deutsche Sprache und Kultur zu fördern.

Infos

Gute Info-Anbieter sind rausvonzuhaus.de sowie die Homepage der Agentur für Arbeit. Wo immer eine Einrichtung ohne Profitinteresse arbeitet und Ziele verfolgt, die der Allgemeinheit dienen, besteht die Chance, sich zu verpflichten. Alle Dienste fördern nachhaltig die Selbständigkeit und die interkulturelle Kompetenz. Man erlernt Arbeitstechniken und man meistert berufsspezifische Anforderungen. Immer schließt man auch Freundschaften.

Fazit

Das Jahr ist niemals verschenkt, denn man entwickelt sich persönlich weiter. Von den Jobanbietern wird die Selbstverpflichtung immer honoriert. Schließlich schätzt man Leute, die mehr gemacht haben als das Nötigste.

 

Text: Gerhard Winkler; Foto: Sandor Kacso (fotolia.com)

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