Geld für Ausbildung & Studium

Ausbildungs- & Studienfinanzierung

Wer vor Beginn einer Ausbildung oder eines Studiums steht, sollte sich vorab die Zeit nehmen und planen, wie er die kommenden Jahre finanziert. Selbst mit einem Ausbildungsvertrag und einer geregelten Vergütung durch den Arbeitgeber lassen sich keine großen Sprünge machen. Zumindest, wenn man nicht finanziell durch seine Eltern unterstützt wird oder das Sparkonto dick gefüllt ist. Am besten, mit einem Blatt Papier hinsetzen und die verschiedenen Kosten für den Alltag auflisten. Für die Miete im WG-Zimmer oder der eigenen kleinen Wohnung sind zwischen 200 und 400 Euro im Monat einzuplanen. Essen und Trinken veranschlagen rund 160 Euro. Handy, Internet, GEZ und Post kosten um die 40 Euro. Lernmittel etwa 50 Euro. Dazu kommt das Geld für Freizeitgestaltung und Bekleidung. Jeder hat andere Ansprüche. Alles in allem sollten mindestens 500 Euro im Monat eingeplant werden. Einen allgemeingültigen Weg der Finanzierung gibt es nicht, dafür jedoch viele Möglichkeiten. Welche die optimale ist, muss jeder für sich selbst entscheiden. Die Gewährung von Unterstützung ist oft an Bedingungen geknüpft. Der Aufwand für das umfangreiche Antragsprozedere lohnt sich aber. Wenn die Ausgaben gedeckt und der finanzielle Aspekt geklärt sind, lässt es sich auf jeden Fall viel entspannter und konzentrierter lernen und studieren. Hier ein Überblick über einige Finanzierungsmöglichkeiten, Anregungen und Beispiele. Individuelle Beratung und weitere Informationen gibt es bei der Agentur für Arbeit und bei den Studentenwerken.

BAföG

Die Ansprüche auf staatliche Unterstützung regelt das Bundesausbildungsförderungsgesetz, kurz BAföG. Die Höhe ist je nach Antragsteller unterschiedlich. Die familiäre Situation wird genau geprüft und danach der Bedarf ermittelt. Eventuelle Einkünfte des Antragstellers werden genauso mit eingerechnet wie Vermögen oder das Einkommen der Eltern. Wer verheiratet ist, muss auch den Lohn des Ehepartners angeben. Zum ermittelten Bedarfssatz wird eine Pauschale für die Unterkunft gezahlt. Die bekommen aber nur Antragsteller, die nicht mehr bei den Eltern wohnen. Ab dem Wintersemester 2016/17 steigen die Bedarfssätze. Der monatliche Höchstsatz beträgt dann nicht mehr 670 Euro, sondern 735 Euro. Studenten erhalten allerdings nur so lange die Ausbildungsförderung, wie sie die Regelstudienzeit ihres Studienganges einhalten. Während Azubis die BAföG-Leistung komplett als Zuschuss bekommen, erhalten Studenten die Hälfte als zinsloses Darlehen, das sie später zurückzahlen müssen. www.bafög.de

Bildungs-, Studienkredit

Ergänzend zum BAföG kann ein Bildungskredit beantragt werden. Der ist zeitlich begrenzt und es müssen nur wenig Zinsen bezahlt werden. Das Einkommen bzw. das Vermögen des Studenten oder Auszubildenden spielt bei der Vergabe genauso wenig eine Rolle wie das der Eltern.

Wohngeld, Wohnkostenzuschuss

Ein Antrag auf Wohngeld kommt nur für Studenten und Azubis in Frage, die dem Grunde nach keinen Anspruch auf BAföG haben (§ 20 Absatz 2 Wohngeldgesetz). Zu einem Wohnkostenzuschuss kann man kommen, wenn man Anspruch auf BAföG hat, bei seinen Eltern wohnt und Geld für Unterkunft und Heizung abliefern muss.

Stipendium

Studenten können sich für ein Stipendium bewerben. Mit dieser finanziellen Unterstützung werden Begabte gefördert. In der Regel werden Stipendien von Stiftungen vergeben. Diese Begabtenförderungswerke erhalten die Mittel vom Bundesministerium für Bildung und Forschung. Die Höhe des Stipendiums kann differieren. Wer ein Deutschlandstipendium über seine Heimathochschule bekommt, erhält beispielsweise 300 Euro im Monat. Der große Vorteil gegenüber BAföG ist, dass kein Geld nach der Ausbildung zurückgezahlt werden muss. www.stipendienlotse.de

Berufsausbildungsbeihilfe

Bei der Agentur für Arbeit können Azubis einen Antrag auf Berufsausbildungsbeihilfe stellen. Anspruch hat, wer nicht mehr bei den Eltern wohnt. Über die Beitragshöhe entscheidet nicht nur das anzurechnende Einkommen, sondern auch wieder die Gesamtsituation des Antragstellers, wozu die Finanzen von Eltern und Partner gehören. Der Gesamtbedarf setzt sich aus den Kosten für den Lebensunterhalt, Fahrtkosten und sonstigen Aufwendungen, zum Beispiel für Arbeitskleidung, zusammen. Die Beihilfe erhalten allerdings nur diejenigen, die keine vergleichbare, gesetzlich geregelte Leistung bekommen. www.arbeitsagentur.de

Jobben

Wer sich seine Ausbildung gänzlich unabhängig von langwierigen Antragsprozeduren finanzieren will, sucht sich einen Nebenjob. Von denen gibt es gerade für Studenten unzählige, mehr oder weniger aufwendig bzw. lukrativ. Die Palette reicht vom Aushilfskellner, Möbelpacker oder Nachhilfelehrer über Fitnesstrainer und Verkäufer bis zum Straßenbahnfahrer sowie Klavierspieler. Zum Teil sind sie sogar kombinierbar. Auch Lehrlinge können einem Nebenerwerb nachgehen, wenn die Ausbildung nicht darunter leidet. Der Haken: Nebenjobs kosten Zeit. Deshalb sollte immer genau abgewogen werden, ob es sich lohnt.

Crowdfunding

Dass Menschen für ein bestimmtes Vorhaben Geld spenden, ist das Prinzip des Crowdfunding. Verfolgt ein Student beispielsweise ein spezielles Projekt, kann er dafür bei Interessenten um Geld werben. Am besten auf dafür geeigneten Plattformen im Internet. www.startnext.de

Duale Ausbildung /Studium

Als Alternative zu einem Vollzeit- hat das duale Studium in den vergangenen Jahren einen regelrechten Boom erlebt. Die Kombination aus Praxisphasen im Ausbildungsunternehmen und Vorlesungszeiten an der Uni überzeugt viele. Ein wichtiger Grund ist natürlich auch, dass der Arbeitgeber, mit dem ein Vertrag abgeschlossen wurde, eine Ausbildungsvergütung zahlt – ähnlich dem für einen Azubi.

Erstwohnsitzprämie

Wer zum Studieren in die Hochschulstadt zieht und seinen Erstwohnsitz dahin verlegt, bekommt in vielen Städten eine Umzugsprämie. Diese kann beim Studentenwerk beantragt werden.

[Susann Richte r]

» Mein Studienplatz konnte mir nicht sofort angeboten werden, somit habe ich erst einmal eine Ausbildung zur Pharmazeutisch-technischen Assistentin (PTA) absolviert. Da ich insgesamt sieben Jahre (inkl. Ausbildung) arbeiten war, erhalte ich nun das elternunabhängige BAföG. Dies ist eine Sonderform des BAföGs und bedarf bestimmter Voraussetzungen. Weiterhin finanziere ich mein Studium mithilfe eines Nebenjobs. Ich habe somit die Möglichkeit, in meinem alten Beruf als PTA weiterzuarbeiten. Eine andere Option das Studium zu finanzieren, wäre ein Studienkredit. Dieser könnte in Betracht kommen, wenn man kein BAföG erhält und für einen Nebenjob nicht viel Zeit bleibt. Allerdings muss das gut durchdacht sein, da ein Studienkredit nach dem Studium zu einer sehr großen finanziellen Belastung werden kann. Das war auch der Punkt, mich gegen einen solchen zu entscheiden. Ansonsten gibt es für Studenten, die vorher eine Ausbildung abgeschlossen haben, die Möglichkeit, sich für ein Stipendium zu bewerben und zwar das Aufstiegsstipendium, die Studienförderung für Berufserfahrene, der Stiftung Begabtenförderung berufliche Bildung – Gemeinnützige Gesellschaft mbH (SBB)«
Susann Richter studiert Medizin im 2. Semester an der TU Dresden.

[Marcus Rath]

»Ich finanziere meine Ausbildung durch Schüler-BAföG, Kindergeld und Unterhalt. Das Schulgeld hat meine Mutter übernommen und sofort komplett bezahlt, weil das billiger ist, als monatlich zu zahlen. Natürlich könnte ich mir ohne diese Unterstützung eine private Schule nicht leisten und bin sehr froh darüber.«
Marcus Rath ist im zweiten Jahr der Erzieherausbildung an einer privaten Dresdner Fachschule.

[Robert Starke]

»Die Finanzierung meines Studiums lässt sich in zwei Etappen einteilen. Die ersten sechs Semester konnte ich durch BAföG und Tätigkeiten als Studentische Hilfskraft (SHK) finanzieren. Nach dem Ablauf der sechs Semester endete der Förderungszeitraum für den Bachelor. Ich war jedoch noch mit dem Schreiben meiner Abschlussarbeit beschäftigt und über eine Sonderregelung im Master immatrikuliert (80 %-Regelung). Diese erlaubt, bereits mit dem Masterstudium zu beginnen, wenn mindestens 80 % der Leistungspunkte im Bachelor erreicht sind und innerhalb eines Semesters das BA-Zeugnis nachgereicht wird. Dieser Zwischenstatus wird jedoch nicht mit BAföG unterstützt. Deshalb finanziere ich seitdem mein Studium durch Arbeit als Werksstudent und freiberuflicher Kleinunternehmer und sammle so auch Arbeitserfahrung außerhalb der Universität. «
Robert Starke ist im Masterstudiengang für Medieninformatik an der TU Dresden.

[Christoph Wollmann]

»Während meiner Ausbildung hatte ich weder BAföG noch einen Nebenjob. Ich habe mich durch mein Azubi-Gehalt finanziert. Das ist zwar in der Realität nicht so hoch, wie die genannten Tarife der Bundesagentur im Internet, aber es hat funktioniert. Für die Meisterausbildung, die ich anschloss, erhalte ich eine Begabtenförderung, da ich 2014 Bundessieger beim Leistungswettbewerb des Deutschen Handwerks war.«
Christoph Wollmann ist Informationselektroniker bei SB Büroausstatter GmbH in Radeberg.

[Anne Kukuczka]

»Ich habe mein Studium durch eine Kombination aus Stipendien, Kindergeld, der Unterstützung meiner Eltern und Jobs finanziert. Im Vergleich zum BAföG muss ein Stipendium, das sich an den BAföG-Sätzen orientiert, nicht zurückgezahlt werden. Zusätzlich gibt es Büchergeld, finanzielle Hilfe bei Auslandsstudium und Praktika und ein tolles inhaltliches Begleitprogramm. Ich war fünf Jahre Stipendiatin bei der Heinrich-Böll-Stiftung, da ich mich mit deren Werten gut identifizieren kann. Die Bewerbung ist relativ aufwendig und der Auswahlprozess besteht aus mehreren Etappen. Wenn man etwas Zeit einplant, lohnt es sich aber auf jeden Fall! Für Auslandsaufenthalte während meines Studiums in England, Nepal und Tibet habe ich mich noch bei anderen Stipendiengebern wie dem DAAD, Erasmus und Promos beworben. Als studentische Hilfskraft habe ich an der Uni und einer Forschungseinrichtung gearbeitet. Das gibt gute Einblicke in die Wissenschaft, Kontakte und kann helfen, wenn man später promovieren möchte.«
Anne Kukuczka studiert im Master Sozial- und Kulturanthropologie in Berlin. Mithilfe eines DAAD-Stipendiums absolviert sie gerade zwei Auslandssemester in Lhasa, Tibet.

Lars Kühl, Juni 2015


 

Studienfinanzierung

Bildung ist das einzige Mittel gegen Unbildung. Außerdem ermöglicht eine fundierte und hochwertige Bildung, deine Chance auf ein erfolg- und ertragreiches Berufsleben zu wahren. Alle Statistiken sagen, Akademiker verdienen mehr und sind weniger häufig arbeitslos als der Durchschnitt. Ein gefragter Abschluss und spezielles Wissen werden später auf dem Jobmarkt einen guten Preis erzielen.

Studieren heißt länger lernen und bedeutet oft, die finanziellen Mittel mehr zu strecken. Auch wenn du ungern kalkulierst: Zwing dich schon als angehender Studi, die erwartbaren monatlichen Ausgaben zu überschlagen. Verwalte später klug dein Budget. Mach dir die Kosten für Essen, Wohnen, Fahrt, Kleidung, Kommunikation, Lern- und Arbeitsmittel, Gebühren etc. transparent. Das schma­le Budget gehört zum Studium, wie der Beat zur Musik. Komm finanziell nicht aus dem Takt und spiel sicher auf der Klaviatur der Studienfinanzierung!

Allein dafür, dass es dich gibt, belohnt der Staat deine Eltern mit Kindergeld. Sie erhalten monatlich bis zu deinem 25. Jahr zwischen 184 und 215 Euro. Für einige nur Baby-Peanuts, für viele eine stattliche Leistung.

Reiche Eltern für alle, fordern Plakate an der FU Berlin. Solange nicht alle Eltern reich sind, gibt es zumindest BAföG. Abhängig vom Einkommen der Eltern, der Familiengröße und weiteren Faktoren errechnet das BAföG-Amt an deiner Uni-Stadt deine monatliche Förderung. Der aktuelle Höchstsatz liegt bei 648 Euro im Monat. Als Kind trickreicher Eltern kann man damit zum Beispiel ein Audi TT Coupé leasen (monatlich 560,14 Euro) und immer noch etwas für die spätere Rückzahlung beiseite legen. Im Regelfall gewährt der Staat die Hälfte des BAföG als zinsfreies Darlehen. Schlurf nicht durchs Grundstudium – dein Tempo und deine Leistungen werden vom Amt überprüft. Nicht nur deine Eltern hoffen, dass du bei der Wahl deines BAföG-finanzierten Studiums auch darauf achtest, dass die Kunst, die du erlernst, nicht brotlos ist. Wir alle wünschen, dass du später als Gutverdiener den Kreditanteil einmal Rate um Rate zurückzahlst.

BAföG plus 400 Euro klingt nicht schlecht. So viel darfst du abzugsfrei dazuverdienen. Jobben im Studium umfasst alles von schlecht bezahlter Aushilfe bis zum fair bezahlten Spezialisteneinsatz. Mach, was dir den besten Stundensatz bringt, was dir am meisten Spaß macht und was dich früh mit Fach- und Führungskräften zusammenbringt, die dir später beim Karrierestart vielleicht sogar helfen. Lass immer auch vom Arbeitgeber bescheinigen, was du alles gemacht und geleistet hast. Von manchen Absolventen erwarten Jobanbieter das Unmögliche: Geh jung ins Studium, komm nicht sehr viel älter wieder raus und sammle dabei so viel an einschlägiger Erfahrung, wie möglich.

Du bist vielleicht besonders begabt. Oder extrem engagiert, doch kein Mensch schlägt dich für ein Stipendium vor. Recherchier im Web nach Studienbeihilfen und bring dich selbst bei Stiftungen ins Spiel. Du studierst sowieso. Studier auch die Aushänge in den Fluren. Sprich ältere Semester an. Frag den Dozenten deines Vertrauens nach Geldbeihilfen fürs Studium und für Auslandsaufenthalte.

Abschluss in Sicht, doch die Mittel reichen nicht? Das Bundesverwaltungsamt rettet dich in dieser Lage mit einem günstigen Bildungskredit: Einmalzahlung oder bis zu 2 Jahre monatlich zwischen 100 und 300 Euro. Auch Finanzinstitute bieten Studienkredite und Studiendarlehen. Der Kreditbetrag wird in monatliche Zahlungen gesplittet, was dir nur recht sein kann. Alles auf einmal verdirbt nur deine Studienmoral.
Studierende der Uni Dresden nutzen den Studentenausweis zugleich als Fahrkarte. So ein Semesterticket ist ebenso wie das studentische Essensangebot ein Beispiel für die vielen Vergünstigungen, von denen du profitierst. Dank der unzähligen Studentenrabatte wird Kultur, Konsum und Kommunikation so günstig, dass manche am liebsten ewig studieren.

Kosten- und Nutzenrechner wählen das Studium mit Ausbildungsvergütung oder aber sie studieren bei der Bundeswehr. Dort wirst du ein paar Lernjahre hindurch dafür bezahlt, dass du weitere Lebensjahre der guten Sache dienst (und schlimmstenfalls mit dem Leben dafür bezahlst). Das duale Studium bringt dich von Anfang an rein in den Betrieb und belohnt dich später mit guten Entwicklungs- und Karrieremöglichkeiten.
Google selbst im Web nach den hier genannten Stichwörtern! Vergiss nicht, dass du auch ein eigenes Business starten kannst. Wann lässt sich schließlich eine coole Geschäftsidee besser realisieren, als mit ein paar guten Freunden in der Studier- und Probierphase des Lebens?

Text: Gerhard Winkler


 

Wie angle ich mir ein Stipendium?

Die Bewerbung

Nach drei Stunden Aufstieg ist es geschafft: Ich blicke auf Lhasa, 3600 Meter über dem Meeresspiegel. Ein Studienjahr in der Hauptstadt Tibets – ein langgehegter Traum, den ich mir mit Hilfe eines Stipendiums finanzieren kann. In Gesprächen mit Freunden stelle ich oft fest, dass sich viele unnötigerweise vom unübersichtlichen Stipendienangebot und den vermeintlich hohen Anforderungen der Stipendiengeber von einer Bewerbung für eine solche Studienbeihilfe abschrecken lassen. Mit ein wenig Vorbereitung habe ich mich mehrmals erfolgreich dafür beworben. Dies hat nicht nur mein Studium erleichtert und mir ermöglicht, an faszinierenden Orten zu leben, sondern auch Teil bereichernder Netzwerke zu sein.

Studienfinanzierung

Anne Kukuczka studiert Sozial- und Kulturanthropologie in Berlin und ist Stipendiatin der Heinrich-Böll-Stiftung

In Deutschland gibt es zwölf Begabtenförderungswerke. Einige sind konfessionsgebunden, andere stehen den politischen Parteien nahe. Gemeinsam ist ihnen die finanzielle und ideelle Förderung ihrer Studenten / innen. Die monatliche Förderung entspricht den BAföG - Sätzen, zusätzlich erhalten Stipendiaten / innen ein Büchergeld in Höhe von 150 Euro. Daneben werden Sprachkurse, Praktika und Studienaufenthalte im Ausland finanziert. Eine direkte Bewerbung ist bei allen Förderwerken möglich. Der richtige Zeitpunkt dafür ist meist zu Beginn des Studiums oder bereits während der Schulzeit. Entgegen der Annahme, es würden nur Hochbegabte Stipendien erhalten, suchen die Förderwerke Studenten / innen mit Persönlichkeit. Hier sind gesellschaftspolitisches Engagement und Interesse an Politik und Kultur mindestens genauso wichtig, wie gute Noten. Einige Stiftungen haben auch individuelle Förderschwerpunkte, zum Beispiel die Förderung von jungen Leuten mit Migrationshintergrund oder Studentinnen in MINT*-Fächern.

Das Auswahlverfahren

Die Auswahlverfahren sind oft zweistufig. Sie bestehen aus einer schriftlichen Bewerbung und der Einladung zu einem persönlichen Vorstellungsgespräch und Auswahlworkshop. Für eine erfolgreiche schriftliche Bewerbung ist es wichtig, in Motivationsschreiben und Lebenslauf das eigene Profil herauszuarbeiten und darzulegen, warum die jeweilige Stiftung inhaltlich gut zu einem passt. Letzteres ist entscheidend, da die Förderwerke auch ein ideelles Begleitprogramm anbieten: Sommerakademien, Seminare, Arbeitsgemeinschaften, Studienreisen und den Austausch mit Mentoren. Gutachten für die schriftliche Bewerbungsrunde können zum Beispiel von Lehrern, Professoren oder Vereinen verfasst werden. Im Auswahlworkshop stehen Fähigkeiten wie kritisches Denken und Arbeiten im Team im Vordergrund. Die beste Vorbereitung auf das persönliche Gespräch ist, den eigenen Lebenslauf und Studienplan gut zu kennen und zu zeigen, dass man trotz seiner Spezialisierung auch gern über den Tellerrand schaut.

Die Finanzierung

Daneben können sich Studenten / innen direkt über die Universitäten für das  leistungsbezogene Deutschlandstipendium bewerben. Monatlich 300 Euro extra können so zusätzlich zum BAföG  bezogen werden. Das Stipendium ist nicht mit einer finanziellen Förderung der Begabtenförderungswerke kombinierbar.

Für die Förderung eines Studienabschnittes im Ausland stehen zahlreiche Optionen zur Verfügung. Viele Hochschulen unterhalten direkte Partnerschaften mit Universitäten im Ausland oder nehmen am europäischen Mobilitätsprogramm Erasmus teil. Das bedeutet für Studierende den Erlass von Studiengebühren sowie eine monatliche finanzielle Unterstützung und einen Reisekostenzuschuss. Weiterhin bietet auch der Deutsche Akademische Austauschdienst (DAAD) zahlreiche Stipendien an. Einjährige Studienaufenthalte im Ausland werden mit monatlichen Stipendien und Reisekostenübernahme bezuschusst. Für die Förderung kürzerer Praktika, Studienaufenthalte und Sprachkurse schreiben Universitäten das Promos-Stipendium aus. Für alle Bewerbungen um ein Auslandsstipendium gilt es, sich frühzeitig zu informieren und zu bewerben. Die Vorlaufzeiten betragen zwischen sechs und zwölf Monaten. Neben der Einbettung in den Studienverlauf, ist bei einer Bewerbung auch entscheidend, die bisherige Beschäftigung mit Land und Kultur darzulegen und eventuelle Sprachkenntnisse nachzuweisen.

Mehr Infos:
Begabtenförderungswerke im Überblick:

www.stipendiumplus.de

Deutschlandstipendium:

www.deutschland-stipendium.de

Auslandsförderung:

www.daad.de

Stipendiendatenbanken:

www.mystipendium.de
www.e-fellows.net

 

Text & Foto: Anne Kukuczka | *Studienfächer aus den Bereichen Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik

  • Herausgeber:
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